Der niederländische Pensionsverwalter APG baut seine Organisation bis 2030 massiv um. Das Unternehmen will bis zu 1.200 Vollzeitstellen streichen und die Ausführungskosten um 240 bis 270 Millionen Euro senken. Dies gab APG im Rahmen seiner neuen Strategie 2030 bekannt.
Zwei Geschäftsbereiche im Fokus
APG richtet sich künftig auf zwei Kernbereiche aus: Pensionsdienstleistungen und Vermögensverwaltung. Die Pensionsdienstleistungen sollen weiterhin hochwertige Leistungen zu marktgerechten Preisen bieten. Nach Abschluss der Umstellung auf das neue niederländische Rentensystem will sich APG für neue Kunden öffnen. Voraussetzung ist, dass die Umstellung für bestehende Kunden sorgfältig und termingerecht erfolgt und die Kosten für alle Kunden sinken.
Die Vermögensverwaltung konzentriert sich vollständig auf die Kapitalanlage für den Pensionsfonds ABP. Sie will sich durch strategische Anlageberatung, verantwortungsvolles Investieren und Investitionen in Private Markets differenzieren. Für andere Dienstleistungen wie Indexanlagen und Investitionen für das Bilanzmanagement will APG ausreichend Größe behalten, um diese kosteneffizient anzubieten.
Automatisierung und KI senken Kosten
Durch Automatisierung, künstliche Intelligenz und Standardisierung im neuen System sollen Pensionsdienstleistungen effizienter erbracht werden. Die Kosten je Teilnehmer für die Pensionsfonds sollen deutlich sinken. Bis 2030 strebt APG eine Reduktion auf rund 2.500 Vollzeitstellen an. Dies entspricht einem Abbau von 1.000 bis 1.200 Stellen gegenüber dem heutigen Stand.
Der Stellenabbau betrifft alle Geschäftsbereiche und Standorte. APG will die Veränderungen schrittweise bis 2030 umsetzen und dabei eng mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften zusammenarbeiten. Ein Teil der Reduktion soll durch natürliche Fluktuation aufgefangen werden. Wo nötig, will APG Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Möglichkeiten unterstützen.
Reaktion auf veränderten Markt
Die Strategie reagiert auf grundlegende Veränderungen im Pensionssektor. Pensionsfonds fordern mehr Kontrolle, die Regulierung wird strenger und der Wettbewerb nimmt zu. APG-Vorstandsvorsitzende Annette Mosman betont: „Unser Zweck bleibt stark: Gemeinsam eine gute Rente in einer lebenswerten Welt aufbauen. Aber der Kontext hat sich geändert. Deshalb bewegen wir uns in Richtung einer Organisation, die schneller, effizienter und agiler ist.“
Teams im gesamten Unternehmen arbeiteten derzeit an der Umstellung der Fonds in den Jahren 2026 und 2027 auf das neue niederländische Rentensystem. „Das erfordert unsere volle Aufmerksamkeit – und es bekommt sie“, sagt Mosman.
APG investiert in Infrastruktur
APG gehört zu den größten Pensionsverwaltern der Niederlande und verwaltet ein Vermögen von mehreren hundert Milliarden Euro. Erst im September 2024 hatte sich APG gemeinsam mit dem norwegischen Staatsfonds und Singapurs Staatsfonds GIC an Tennet Germany beteiligt. Die drei institutionellen Investoren investierten zusammen 9,5 Milliarden Euro und übernahmen 46 Prozent an dem deutschen Übertragungsnetzbetreiber.