Volatile Märkte Warum Wandelanleihen jetzt chancenreich sind

US-Notenbankchef Jerome Powell: Möglicherweise vier Leitzinserhöhungen im laufenden Jahr sorgen bei vielen Anlegern für Unsicherheit  | © Getty Images

US-Notenbankchef Jerome Powell: Möglicherweise vier Leitzinserhöhungen im laufenden Jahr sorgen bei vielen Anlegern für Unsicherheit Foto: Getty Images

Zahlreiche Anleihenanleger haben uns um unsere Einschätzung der Aussichten für wandelbare Wertpapiere gebeten. Hintergrund sind Erwartungen der Marktteilnehmer, dass sich die Anhebung der Zinssätze in den USA beschleunigen könnte. Die Sorgen sind verständlich, weil Anleihen in Zeiten steigender Zinsen in der Regel an Wert verlieren und die US-Notenbank bei ihrer im Juni veröffentlichten Prognose insgesamt vier Leitzinsanhebungen im Laufe dieses Jahres in Aussicht gestellt hat.

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, haben sich Wandelanleihen in früheren Phasen steigender Zinsen besser entwickelt als 10-jährige US-Staatsanleihen. Daher können Wandelanleihen in einem von steigenden Zinsen geprägten Umfeld für Rentenanleger durchaus chancenreich sein.

Allerdings reicht es angesichts der speziellen Eigenschaften von Wandelanleihen nicht aus, ihre Wertentwicklung mit den anderen festverzinslichen Anlagen zu vergleichen. Wandelanleihen sind eine einzigartige Assetklasse, da sie Anlegern sowohl die mit Anleihen verbundenen Merkmale als auch das Zuwachspotenzial von Stammaktien bieten.

Wandelanleihen – ein Überblick

Wandelanleihen sind in der Regel in Form eines Schuldtitels (Anleihen oder Schuldverschreibungen) oder als Vorzugsaktien strukturiert. Sie beinhalten das Recht, zu vorab festgelegten Bedingungen eine Umwandlung in Aktien vorzunehmen. Aus diesem verbrieften Wandlungsrecht kann sich eine Kapitalwertsteigerung ergeben, sofern die zugrundeliegende Stammaktie Kursgewinne erzielt.

In einem Umfeld, in dem Zinsen aus den „richtigen“ Gründen steigen – beispielsweise aufgrund eines starken Wachstums der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne – entwickeln sich Aktien in der Regel recht gut. Wenn der Kurs der Stammaktie, die einer Wandelanleihe zugrunde liegt, parallel zum Markt steigt, sollte auch der Wert der Wandelanleihe aufgrund des verbrieften Wandlungsrechts steigen.

Wenn sich der Aktienkurs jedoch weniger gut entwickelt, könnten die für Schuldtitel typischen Merkmale der Wandelanleihe – Zinszahlungen und Anspruch auf den Kapitalbetrag – ein gewisses Maß an Unterstützung bieten. In dieser Hinsicht verhalten sich Wandelanleihen ähnlich wie Anleihen: Sie weisen Merkmale auf, die bei abwärts tendierenden Märkten möglicherweise besseren Schutz vor Wertverlust bieten als die zugrunde liegenden Stammaktien.