Nachdem Erträge den Hauptbeitrag zur Gesamtrendite von Anleihen leisten und Kreditspreads in klassischen Unternehmensmärkten auf oder nahe historischer Tiefstände verharren, rückt die Anfangsrendite einer Anlage als wichtigster Indikator für künftige Ergebnisse in den Fokus. Genau hier setzen BBB‑Tranchen von Collateralised Loan Obligations (CLOs) an: Sie verbinden das Ertragspotenzial von High Yield mit einem Investment‑Grade-Profil, Floating-rate-Charakteristiken und klar definierten, strukturellen Schutzmechanismen. Für Investoren bedeutet das die Chance auf attraktive laufende Erträge, geringeres Zins- und Ausfallsrisiko im Vergleich zu Hochzinsanleihen und Vorteile der Diversifizierung.
Warum jetzt BBB‑CLOs?
Janus Henderson Investors
BBB‑CLOs bieten höhere Kreditspreads als viele traditionelle Investment-Grade‑Segmente, was zu höheren Renditen führen kann. Zusätzlich sind die Kupons variabel, was die Zinssensitivität reduziert und Portfolios gegen Zinsvolatilität robuster macht als festverzinsliche Hochzinsanleihen. Anders formuliert: Anleger können Ertrag und Diversifizierung erzielen, ohne das volle Ausmaß an Zinsrisiken und spezifischen Ausfallrisiken – aufgrund der strukturellen Merkmale von BBB CLOs – auf Einzelschuldnerbasis zu tragen, das etwa bei High Yield oder direkt gehaltenen Leveraged Loans besteht.
Strukturelle Ausfallssicherung statt Abhängigkeit vom Einzeltitel
Das Alleinstellungsmerkmal von CLOs ist ihre Verbriefungsstruktur, die Cashflows regelbasiert verteilt und vorrangige Tranchen schützt. Die zentralen Bausteine sind:
- Regelbasierte Dokumentation: Präzise definierte rechtliche Bestimmungen für die Verteilung der Zins- und Tilgungszahlungen über die Kapitalstruktur hinweg.
- Nachrangigkeit (eine Art von Credit Enhancement): Höher geratete Tranchen werden zuerst bedient; Verluste treffen zunächst Eigen- und nachrangige Tranchen.
- Performance‑Trigger und Covenants: Bei Schwäche im Sicherheitenpool werden Cashflows automatisch zu den höherrangigen Gläubigern umgeleitet.
- Integrierte Diversifizierung: Portfoliokonzentrationsgrenzen nach Kreditnehmer, Branchen und Ratings verhindern, dass ein einzelner Kredit die Tranche dominiert.
Janus Henderson Investors
Zusammen mindern diese Elemente das spezifische Ausfallrisiko auf Tranchenebene erheblich. Ein Ausfall eines einzelnen Kredits, der bei direktem Halten spürbare Wertminderungen verursachen könnte, wird innerhalb eines CLOs durch die Kombination aus Nachrangigkeit, Überschussspread1 und breiter Portfoliostreuung abgefedert.
Bemerkenswert: Seit der globalen Finanzkrise haben BBB‑CLO‑Tranchen selbst in Stressphasen – etwa im Zuge der Pandemie 2020 – keine dauerhaften Kapitalverluste verzeichnet, während Ausfälle bei High Yield und einzelnen Krediten die Renditen dieser Segmente belasten konnten. Vergangenheitswerte sind kein Garant, aber der Track‑Record unterstreicht die Resilienz der Struktur.
Vergleichbare Volatilität zu Hochzinsanleihen – aber selten dauerhaft
BBB‑CLOs sind nicht immun gegen Mark‑to‑Market‑Schwankungen. In systemischen Stressphasen weiten sich Liquiditätsprämien, und Sekundärpreise können vorübergehend unter pari handeln. Während der pandemiebedingten Volatilität im Jahr 2020 spiegelten die Kursrückgänge in erster Linie Liquiditäts- und Risikoprämien wider, nicht strukturelle Wertminderungen. Als sich das Marktvertrauen erholte, normalisierten sich die Kurse zügig – unterstützt von einer gewachsenen Marktbreite, besserer Transparenz der Sicherheiten und klaren Dokumentenstandards.
In Phasen schwankender Leitzinsen und Kreditspreads zeigen variabel verzinste Instrumente tendenziell weniger starke Drawdowns als festverzinsliche High‑Yield‑Bonds. Für langfristig orientierte Anleger ist die kumulative Gesamtrendite mehr relevant: Über längere Zeiträume hinweg haben BBB‑CLOs häufiger die Nase vorn, weil sie die Verluste aus möglichen Emittentenausfällen und Restrukturierungen, die die Erträge der klassischen Unternehmensanleihen stark betreffen, strukturell reduzieren.
Fundamentaldaten entscheiden: aktiver, disziplinierter Ansatz
So überzeugend die Struktur ist – die Fundamentaldaten bleiben zentral. Eine effektive CLO-Analyse basiert unserer Ansicht nach auf einem umfassenden Underwriting-Rahmen, der sich auf folgende Aspekte konzentriert:
- Sicherheitenqualität: Fundamentaldaten der Kreditnehmer, Branchenmix, Ratingmigrationsrisiko.
- Gegenpartei- und Managerprüfung: Anlageprozesse, Überwachungsmöglichkeiten und bisherige Behandlung von Anleihegläubigern.
- Strukturprüfung: Covenants, Trigger und Mechanismen der Cashflow-Umleitung.
- Cashflow‑Modellierung: Harte Stresstests zu Ausfallrisiken und potenzielle Langfristrenditen.
Ein konservativer Bias – Fokus auf robuste Sicherheitenpools, liquide Positionen und robuste Strukturen – kann die Widerstandsfähigkeit in Phasen erhöhter Preisstreuung erhöhen. Opportunistische Allokationen in Investitionen von niedrigerer Qualität können in starken Verwerfungen sinnvoll sein, sind aber üblicherweise taktisch und temporär.
Wachsende globale Chancen für CLO-Anleger
Das für europäische Investoren investierbare IG‑CLO‑Universum ist gewachsen. Ein zunehmender Anteil von Emissionen außerhalb der EU – insbesondere in den USA – wird so strukturiert, dass er europäischen Verbriefungsregeln genügt. Für Investoren eröffnet das einen globalen IG-Pool von AAA‑ bis BBB‑Tranchen, in dem BBB‑Tranchen typischerweise einen kleineren Anteil der Kapitalstruktur ausmachen. Größenvorteile, eine globale Securitised Credit‑Plattform und der Zugang zu Primär- und Sekundärmarktflüssen sind hier klare Differenzierungsmerkmale: Sie ermöglichen, regionales relatives Wertpotenzial zu vergleichen und Kapital dynamisch dorthin zu lenken, wo Rendite‑Risiko‑Profile am attraktivsten sind.
Neubewertung von Kreditrisiken anhand von BBB-CLOs
BBB‑CLOs besetzen eine klar definierte Position innerhalb des breiten Anleihemarktes. Ihre Kernvorteile im Überblick:
- Ertrag: Oft auf High‑Yield‑Niveau – jedoch mit IG‑Profil.
- Strukturelle Sicherheit: Subordination, Trigger, Diversifizierung und Überschussspread als Puffer gegen Einzelausfälle.
- Zinsresilienz: Variable Kupons reduzieren Durationsrisiken.
- Diversifizierung: Niedrige Korrelationen zu Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen verbessern das Portfoliobalancing.
Gerade in einem spätzyklischen Umfeld mit engen Spreads, in dem das Streuungs- und Refinanzierungsrisiko steigt, können BBB‑CLOs helfen, Kreditrisiko umzuschichten: weg vom Einzeltitel‑Ausfallereignis, hin zu regelbasierten, diversifizierten Cashflows – mit dem Ziel auf lange Sicht nachhaltigen Ertrag zu generieren.
- Mehr Informationen über Janus Henderson Investors Fixed Income Angebot finden Sie hier
Über die Autoren:
Denis Struc ist Portfoliomanager für verbriefte und besicherte Unternehmensanleihen bei Janus Henderson Investors. Kareena Moledina ist Leiterin Client Portfolio Management für Anleihemärkte in EMEA bei Janus Henderson Investors.
1 Der Überschuss aus dem zugrunde liegenden Kreditportfolio nach Zahlung aller Zinsaufwendungen und Betriebskosten der CLO-Struktur.
Wichtige Hinweise:
Die vorstehenden Einschätzungen sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und können von den Ansichten anderer Personen/Teams bei Janus Henderson Investors abweichen. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere stellt keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers, einer Anlagestrategie oder eines Marktsektors dar und sollten nicht als gewinnbringend angesehen werden. Janus Henderson Investors, die mit ihr verbundenen Berater oder ihre Mitarbeiter haben möglicherweise eine Position in den genannten Wertpapieren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für die künftige Wertentwicklung. Alle Performance-Angaben beinhalten Erträge und Kapitalgewinne bzw. -verluste, aber keine wiederkehrenden Gebühren oder sonstigen Ausgaben des Fonds. Der Wert einer Anlage und die Einkünfte aus ihr können steigen oder fallen. Es kann daher sein, dass Sie nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten. Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Anlageberatung dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreten. Marketing-Anzeige.