Anleihen Das klassische „Rendite-p.a.-Denken“ hat ausgedient

US-Börsenhändler: Die zahlreichen Wendungen am Markt setzen aktive Investoren in die Lage, Investments mit ordentlichen Risiko-Chance-Profilen zu finden. | © imago images / Xinhua

US-Börsenhändler: Die zahlreichen Wendungen am Markt setzen aktive Investoren in die Lage, Investments mit ordentlichen Risiko-Chance-Profilen zu finden. Foto: imago images / Xinhua

Das erste Quartal 2020 dürfte sich in unsere Erinnerungen einbrennen, und das nicht nur mit Blick auf die Finanzmärkte. Anders als frühere Markteinbrüche ist die Corona-Krise im Alltag eines jeden Menschen angekommen. Lockdown, soziale Kontaktsperre und Nies-Etikette sind Schlagworte, die viele von uns neu in ihren Wortschatz aufgenommen haben. Doch als Vermögensverwalter sind wir angehalten, Entscheidungen auf rationaler und nicht emotionaler Basis zu treffen. Auch wenn das manchmal schwerfällt – bangen doch viele Menschen in diesen Zeiten auch um ihre finanzielle Existenz.

Vorsicht und Flexibilität sind gefragt

Für Fondsmanager von Anleihefonds bedeutet das aktuelle Umfeld, dass sie extrem vorsichtig, dabei aber gleichzeitig sehr flexibel agieren müssen. Die Ausbreitung von Covid-19 sorgte innerhalb von kürzester Zeit für eine (real und fundamental begründete) vollständige Neubewertung der Vermögenspreise – auch bei Anleihen aller Art.

Anleger in der Corona-Krise

Anleger benötigen in einem solchen Umfeld ein hohes Maß an Flexibilität und Aktivität. Sie müssen sich von Benchmarks, also den bekannten Vergleichs- und Referenzindizes, lösen und Emittenten (Schuldner) und Angebote sehr genau analysieren. Ohne eine fundierte Marktmeinung sowie das Wissen um den Wert und den Preis einer Anlage gerät man in einem derart turbulenten Umfeld schnell in die Irre. Neben einer langjährig erprobten Anlagestrategie ist Flexibilität besonders wichtig, um mit zahlreichen taktischen Volten das Beste aus der Situation für Anleger herauszuholen.

Anleihemarkt genau beobachten

Gerade in den vergangenen Wochen gab es bei Anleihen viele Chancen. Etwa in den dramatischen Anfangswochen der Corona-Krise, als eine Vielzahl von Anlegern in ihrem Drang nach Liquidität Anleihen scheinbar wahllos – und oft weit unter Wert – verkaufte. Nach dem massiven Einschreiten der Notenbanken und Staaten beruhigte sich der Markt, Qualität wurde wieder angemessener bepreist. Viele Emittenten nutzten diese Stabilisierung, um neue Anleihen auf dem Markt zu platzieren. Es kam zu einer Welle an Neuemissionen, in denen Titel von solventen Unternehmen mit besten Rating-Beurteilungen zu Renditen offeriert wurden, die wir schon viele Jahre nicht mehr sehen durften.

Erst prüfen, dann kaufen

Analysten haben derzeit in unserem Haus einen äußerst wichtigen Job. Sie analysieren permanent, wie sich die Corona-Krise auf Unternehmen auswirkt und welche Firmen die Krise voraussichtlich überleben dürften (oder langfristig vielleicht sogar gestärkt daraus hervorgehen). Wir vertrauen dabei nicht nur auf die Urteile der großen Ratingagenturen, sondern nutzen unser hauseigenes Research-Team. Ihre Testate sind aktuell – und entsprechen unseren Qualitätsanforderungen. Nur mit einem soliden Rüstzeug lassen sich innerhalb von besonderen Marktbewegungen wie zuletzt fundierte Entscheidungen treffen.

Null- und Minuszinsen bieten Opportunitäten

Nicht nur mit Blick auf die massiven Marktbewegungen während der Corona-Krise bietet der Anleihemarkt viele Chancen, auch in einer Welt der Minuszinsen. Man muss nur sehr genau hinschauen, sich vom klassischen „Rendite-p.a.-Denken“ verabschieden und die zahlreichen Ertragsbausteine der Anlageklasse nutzen. Etwa wenn am Markt alle in eine Richtung laufen, wir aber antizyklisch agieren können. Oder wenn sich die Form der Zinsstrukturkurven verändert. Auch eine zu hohe oder zu niedrige Bepreisung von Kreditrisiken am Markt kann Opportunitäten bieten.

Kursschwankungen intelligent nutzen

Die zahlreichen Wendungen am Markt dürften es – davon sind wir zumindest fest überzeugt – aktiven Investoren auch in Zukunft erlauben, Investments mit ordentlichen Risiko-Chance-Profilen zu finden. Kursschwankungen können dabei ein Freund der Anleger sein, zumindest wenn sie in der Lage sind, die Qualität der Anlage beurteilen zu können.

Aktivität lohnt sich

Vor dem Hintergrund erscheint es sinnvoll, global zu investieren. Oftmals sind Zinsmärkte in anderen Regionen der Welt interessant(er), auch nach Absicherung der Währungsrisiken. Ob sich ein Investment lohnt, lässt sich aber nur nach einer genauen Analyse der Einzeltitel sagen. Sie ist gerade angesichts der aktuell zum Teil hohen Kosten für das Absichern von Währungsschwankungen besonders wichtig.

Wer in Anleihen investieren möchte, kann damit nach wie vor Geld verdienen – bei überschaubaren Risiken. Dabei bleiben wir unserer Anlagestrategie treu. Wir investieren langfristig und suchen nach absoluten Erträgen. Die Zeiten, in denen der Anleihemarkt zu Recht als „Fixed Income“ bezeichnet wurde, sind unseres Erachtens vorbei. Wir leben nun in der Welt des „Active Income“, in der sich nur mit einem global ausgerichteten, wirklich aktiven und flexiblen Management Ertragschancen heben und Risiken minimieren lassen.

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