Anleihen aus Schwellenländern Wenn die Währung die Rendite killt

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Neben den Länderanleihen wächst inzwischen auch der Markt für Unternehmenspapiere zu beträchtlicher Größe. Je nach Währung tragen sie einen Renditebonus und Risikomalus in sich. Nicht zuletzt weil die Unternehmen in Schwellenländern angesiedelt sind, was internationale Anleger häufig noch als Nachteil ansehen. Nicht immer zu Recht.

So erklären sich auch viele der Renditeunterschiede bei Schwellenländerfonds. Nehmen wir den Edmond de Rothschild Emerging Bonds (ISIN: LU1160352354). Das Portfolio besteht hauptsächlich aus Dollar- und Euro-Anleihen, der Fonds selbst rechnet in Dollar ab. Allerdings kann Fondsmanager Jean-Jacques Durand auch bis zu einem gewissen Grad in lokale Währungen investieren, zurzeit sind das der Mexikanische Peso und die Türkische Lira. Wenn der Dollar schwächelt – und das tat er zuletzt reichlich –, bringen sie ordentliche Gewinne im Portfolio.

Die wiederum werden eins zu eins in Euro übersetzt, weil die hier aufgeführte Anteilsklasse von Dollar zu Euro gesichert ist. Das kostet allerdings die Zinsdifferenz als Gebühr, zurzeit mehr als 2 Prozent pro Jahr. Kauft man hingegen die Dollar-Version des Fonds, fällt es ins Gewicht, wenn der Dollar gegenüber dem Euro schwächelt (war jetzt der Fall) oder aufwertet (könnte wieder passieren). Diese Fonds erscheinen in der eingangs gezeigten Tabelle aber nicht.

 Quelle: Morningstar

Viele Fonds in der Morningstar-Kategorie „Euro-biased“ sind währungsgesicherte Versionen von in Dollar notierten Rentenfonds. Man erkennt sie am H für „Hedged“ im Fondsnamen. Eine Ausnahme ist der HI-Renten Emerging Markets (ISIN: DE000A0ER3P2). Der ist direkt in Euro aufgelegt, abgesichert werden Fremdwährungen fast komplett, auch der Dollar. Hier entfällt die zwischengeschaltete Dollar-Dimension.

Bei den lokalen Währungen spart man sich den Dollar-Euro-Hedge besser. Denn wenn zum Beispiel der Dollar stark ist, verlieren die Lokalwährungen ihm gegenüber an Wert. In einer Euro-Dollar-gesicherten Anteilsklasse rechnet man diesen Verlust eins zu eins in Euro um – und zementiert ihn. Lässt man den Hedge aber weg, wirkt der stärkere Dollar auch gegenüber dem Euro. Somit zählt am Ende nur das, was die Währungen gegenüber dem Euro machen. Die Zwischenstation im Dollar ist nur ein rechnerischer Umweg.

Das gilt aber nur bei Fonds, die Anleihen ohne viel Derivate-Schmu enthalten. Ist der Fondsmanager aus Dollar-Sicht sehr aktiv und setzt sogar auf fallende Fremdwährungen, dann kann es sinnvoll sein, sein Ergebnis schön abgesichert vom Dollar in den Euro zu übertragen. Im Zweifelsfall muss man bei jedem Fonds und jeder Tranche hinschauen, was mit den Währungen passiert. Denn sie sind zwar nur ein Teilaspekt im Anleihe-Universum der Schwellenländer. Aber ein sehr, sehr wichtiger.