Analyse von HQ Trust „Anleger brauchen sich vor Angstbarometern nicht zu fürchten“

Die Wall Street in New York

Die Wall Street in New York: Eine Grafik von HQ Trust zeigt, wieso Anleger keine Angst vor steigenden Angstbarometern haben müssen. Foto: Imago Images / Future Image

Stehen den Kapitalmärkten unruhige Tage bevor? Um das einschätzen zu können, schauen viele Investoren regelmäßig auf Indizes, welche die vom Markt erwarteten Schwankungen messen und häufig als Angstbarometer bezeichnet werden. Doch sollten Anleger überhaupt Angst haben, wenn solche Barometer steigen? Das untersuchte Sven Lehmann von der Investmentgesellschaft HQ Trust.

Der Wirtschaftsmathematiker hat dazu die Renditen von S&P 500 und US-Treasuries analysiert, abhängig von der vergangenen monatlichen Entwicklung des Vix- und Move-Index. Der Vix, der eigentlich CBOE Volatility Index heißt, drückt die erwartete Schwankungsbreite des US-Aktienindex S&P 500 aus. Der ICE Bofaml Move Index bildet die erwartete Volatilität der Renditen von US-Staatsanleihen ab.

>> Grafik vergößern

Lehmann fasst die Ergebnisse zusammen:

Zeiten mit fallender Volatilität am Aktienmarkt und steigender Volatilität am Rentenmarkt – so wie aktuell – gibt es gar nicht so selten: Immerhin 19 Prozent der Monate entfallen auf dieses Szenario. Am häufigsten trat in den vergangenen gut 30 Jahren aber die Konstellation mit rückläufigen erwarteten Schwankungen bei Vix und Move auf. Aus Performance-Sicht brauchen sich Anleger vor den Angstbarometern nicht zu fürchten: Die Auswirkungen auf die Rendite waren sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen nicht signifikant positiv oder negativ. Insbesondere auf Monatssicht waren die Auswirkungen auf den S&P 500 sehr gering: Bei den vier möglichen Konstellationen lag die Performance zwischen 0,88 und 0,98 Prozent. Auf Jahressicht liegen die Aktienrenditen zwischen 10,7 und 12,8 Prozent, wobei die Szenarien mit fallendem Move und fallendem Vix zur gleichen Performance führten wie gleichzeitig steigende Barometer. Am Rentenmarkt unterscheiden sich die Renditen deutlicher. Auf Jahressicht legten die Anleihen bei steigendem Move und fallendem Vix im Mittel um 6,1 Prozent zu. Bei gleichzeitig steigenden Indizes waren es lediglich 4,7 Prozent.

Über Sven Lehmann:

Sven Lehmann ist Kapitalmarktanalyst bei der Investmentgesellschaft HQ Trust. Zuvor war der Wirtschaftsmathematiker bei UBS und

nach oben