Anlageklasse Wald Investoren sollten bei der Standortwahl flexibel sein

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Das Baumwachstum ist etwa vergleichbar, in Skandinavien insgesamt etwas niedriger als in Deutschland – in Großbritannien und Irland jedoch deutlich höher als in Deutschland. Insofern überrascht es nicht, dass die genannten Regionen langfristige Renditen von 3 bis 4 Prozent in Skandinavien, 4 bis 5 Prozent in Osteuropa und 6 bis 7 Prozent auf den britisch-irischen Inseln bieten. Es gibt also Alternativen, die geographisch nicht zu weit entfernt liegen und deutlich höhere Renditen aufweisen als ein deutscher Waldstandort.

Wer mit Waldinvestments und Forstwirtschaft bislang wenig Berührung hatte, neigt möglicherweise dazu, die biologischen Produktionsrisiken (also Feuer, Käfer, Wind) zu überschätzen. Bei international diversifizierten Portfolien liegen die jährlichen Wertverluste durch diese Schäden deutlich unter einem Prozent, meist sogar unter 0,5 Prozent des Gesamtwertes eines Portfolios.

Nach eigener Erfahrung ist das sogenannte Managementrisiko jedoch deutlich entscheidender. Zum einen muss der Forstbetrieb nach hohen professionellen Standards bewirtschaftet werden (idealerweise auch durch Zertifizierung nach FSC/PEFC zusätzlich nachgewiesen), zum anderen muss der Betrieb erfolgreich Holz verkaufen. Es nützt nichts, wenn die Wälder top gepflegt sind, das produzierte Holz jedoch zum falschen Zeitpunkt und zu schlechten Preisen auf den Markt gebracht wird.

Das zweite wichtige Kriterium – nach der Standortwahl – ist demnach die Auswahl des Managers. Auch eine Investition im Ausland muss zwingend durch ein professionelles Management abgesichert werden. Es gibt glücklicherweise viele ausländische Standorte, die beide Kriterien erfüllen, an denen neben einem vergleichsweise geringen Standortrisiko auch eine Vielzahl geeigneter Manager und forstlicher Dienstleister vor Ort verfügbar sind.

Schließlich ist auch eine gewisse Präsenz des Eigentümers oder des Investors vor Ort notwendig. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass ein Modell sehr erfolgreich sein kann, bei dem ein in Deutschland ansässiger Asset Manager, gemeinsam mit lokalen, unabhängigen Beratern am Investitionsstandort, das Bindeglied zwischen Investor und Forstbetrieb darstellt. 

Oft sprechen Investor und Förster vor Ort unterschiedliche Sprachen – Landessprachen, aber vor allem technische Sprachen. Der Asset Manager übernimmt daher die treuhänderische, transparente und unternehmerisch geprägte Verwaltung des ausländischen Investments und stellt mit Hilfe des lokalen Beraters eine möglichst enge Verbindung zwischen Eigentümer und Forstbetrieb sicher. Dieses Verfahren hat sich auch zu Zeiten von Corona, mit umfangreichen Reiseeinschränkungen, bewährt. Auf diese Art und Weise lassen sich auch Portfolien effektiv verwalten, die von Europa, über Lateinamerika bis nach Australien und Neuseeland investiert sind.

Der Wald hat mehr zu bieten als Rendite