Chefanleger der Sparkassen-Versicherung „Das ist eine aufsichtsrechtliche Fiktion”

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Hat sich Ihr Portfolio in den vergangenen zehn Jahren nennenswert verändert?

Blum-Barth: Auf unser Chance-Risiko-Portfolio entfällt heute etwa ein Drittel unserer Kapitalanlagen. Ursprünglich lag der Anteil bei etwa 10 Prozent. Aufgestockt haben wir in den vergangenen Jahren sowohl bei liquiden als auch bei illiquiden Assets. 

Die sicheren Bundesanleihen taugen derzeit nicht als Renditebringer, selbst bei längeren Laufzeiten. Wo sehen Sie Ersatz?

Blum-Barth: In dem Fall setzen wir auf Pfandbriefe aus Kerneuropa.

Thema Staatsanleihen: Sehen Sie diese als risikoarm an?

Blum-Barth: Nein, das ist eine aufsichtsrechtliche Fiktion, die durch das Quantitative Easing der Europäischen Zentralbank in der Wahrnehmung noch unterstützt wird.

Wie wichtig ist es für Sie, die Eigenkapitalunterlegung der Assets im Auge zu behalten?

Blum-Barth: Extrem wichtig. Die Fähigkeit, Aktivreserven zu thesaurieren, ist Grundvoraussetzung für eine ertragreiche strategische Asset-Allokation und ein flexibles Währungsmanagement. Die Thesaurierung von Aktivreserven führt ferner zu einer verbesserten Solvenzquote.

Sehen Sie Skaleneffekte und Innovationsschübe im Asset Management?

Blum-Barth: Ich bin überzeugt, dass es die gibt. Die Welt wird sich hier nicht zuletzt durch die Folgen der Digitalisierung verändern. Als treuhänderisch verantwortlicher Kapitalanleger muss man in der Lage sein, Skaleneffekte für die Versicherungskunden einzukaufen. 

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