Anlage von Pensionsgeldern Lupus-Alpha-Chef plädiert für mehr Risikoanlagen

Ralf Lochmüller ist Sprecher des Vorstands von Lupus Alpha.  | © Lupus Alpha

Ralf Lochmüller ist Sprecher des Vorstands von Lupus Alpha. Foto: Lupus Alpha

Wenn es deutschen Versorgungswerken und Pensionskassen nicht ermöglicht wird, ihr Risikomanagement umzustellen, droht vielen künftigen Pensionären mittelfristig eine bittere Enttäuschung. Diese Auffassung vertritt Ralf Lochmüller, Vorstandssprecher des Frankfurter Asset Managers Lupus Alpha in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ (bezahlpflichtig). Nach Einschätzung Lochmüllers investieren Pensionskassen, Versorgungswerke und Versicherungen gezwungenermaßen nach wie vor viel zu viel in festverzinsliche Wertpapiere.

Der letzte in der Geschäftsführung von Lupus Alpha tätige Gründungspartner hat die stichtagsbezogene Risikomanagement als Hauptproblem der Anbieter von betrieblicher Altersvorsorge ausgemacht und argumentiert, dass der eigentlich sehr lange Anlagehorizont dieser institutionellen Anleger zwecks Messbarkeit immer auf ein Jahr heruntergebrochen und dann auch noch zum 31. Dezember optimiert werde.

Zwischenzeitliche Kursrückschläge führten immer wieder dazu, „dass in Krisen Exposure abgebaut werden muss“, sagt Lochmüller und warnt, dass das gesetzlich vorgeschriebene Kurzfristdenken die betriebliche Altersvorsorge gefährde. Anlegern von Pensionsgeldern werde damit ein wichtiger Joker aus der Hand genommen: „Dieser könnte darin bestehen, sich bei der Kapitalanlage an der Langfristigkeit dieser Auszahlungspläne zu orientieren und kurzfristige Schwankungen einfach auszusitzen.“ 

Nach Einschätzung Lochmüllers fehlt es den deutschen Pensionskassen und Versorgungswerken oft an flexiblen Anlagerichtlinien seitens der Aufsichtsbehörden. Damit könnten diese Anleger die Allokation an die neuen Rahmenbedingungen anpassen. 

Der Handlungsrahmen vieler Anleger von Pensionsgeldern ist aus Sicht des Lupus-Alpha-Mitgründers extrem begrenzt. Dahinter stünden zum Teil aufsichtsrechtliche Vorgaben wie die Anlageverordnung, die für kleine Versicherungen jenseits von Solvency II sowie Pensionskassen und auch für viele Versorgungswerke gilt.

„Auch wenn sie alle Quoten ausschöpfen und die Öffnungsklausel nutzen, die ihnen eine Erhöhung ihrer Aktienquote um nochmals 5 Prozent erlaubt, sind sie noch meilenweit entfernt von den Freiheiten ausländischer Pensionsfonds“, argumentiert Lochmüller mit Blick auf die in der Anlageverordnung festgelegten Obergrenzen und plädiert für eine drastische Erhöhung nicht-festverzinslicher Wertpapiere. 70 Prozent und mehr in Risiko-Assets wie Aktien, Alternatives und Hochzinsanleihen seien der Schlüssel für auskömmliche Renditen.