Andreas Kitta und Robert Fuchsgruber im Gespräch „Gebühren sind dem Kunden extrem schwer zu vermitteln“

Robert Fuchsgruber (l.) leitet den B2B-Geschäftsbereich der DAB BNP Paribas. Andreas Kitta ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. | © Jens Hannewald

Robert Fuchsgruber (l.) leitet den B2B-Geschäftsbereich der DAB BNP Paribas. Andreas Kitta ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. Foto: Jens Hannewald

private banking magazin: Herr Kitta, was erwartet ein Vermögensverwalter wie Sie von seiner Depotbank?

Andreas Kitta: Von der Depotbank brauchen wir vor allem Ruhe. Daher wollen wir einen verlässlichen Partner, der flexibel ist und sich auf unsere Belange einstellt. Das Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern sollte daher ein Kerngeschäftsfeld der Depotbank sein und nicht nur ein Appendix des Private-Banking-Vertriebs. Es spielen viele kleine Komponenten eine Rolle, zum Beispiel ein flexibles Gebührenmodell. Sie finden im fragmentierten Markt der unabhängigen Vermögensverwalter keine zwei Anbieter, die identische Geschäftsmodelle haben. Wichtig ist außerdem, dass die Adresse solide ist.

Oft hört man aus dem Markt, dass in der Dreiecksbeziehung Vermögensverwalter-Kunde-depotführende Bank gerade zu Beginn der dritte Teil erklärungsbedürftig ist. Spielt es eine Rolle, welchen Namen die Depotbank trägt?

Kitta: Das Image spielt zumindest keine Hauptrolle. Die Dienstleistung entscheidet. Unbekannte Adressen sind genauso platzierbar wie vermeintlich alteigesessene. Das macht keinen Unterschied. Wir stellen dem Kunden unsere Depotbanken in einer Matrix vor. Da sieht er direkt, was sind die Dienstleistungen, wo ist das Geschäftsfeld in der Bank verortet und wo liegen Vor- und Nachteile. Am Ende beschränkt sich der Kunde auf diese Fakten und löst sich vom Thema, welcher Name oben steht.  

Robert Fuchsgruber: Ich höre aber auch von anderen Vermögensverwaltern, dass die Solidität einer Bank für einige Endkunden durchaus eine Rolle spielt. Als Teil der BNP Paribas Gruppe stehen wir in dieser Hinsicht sehr gut da.

Herr Kitta, Wechselwünsche der Kunden sind sicher nicht in Ihrem Interesse. Aus Sicht des Vermögensverwalters will man einen verlässlichen Partner, mit dem man auch in 5 Jahren noch zusammenarbeitet und der dann auch noch da ist.

Kitta: Richtig. Das muss ein langfristiger Case sein. Wir schauen uns unsere vier Depotbanken ganz genau an und einen Tag im Jahr reden wir in der Geschäftsleitung ausschließlich über das Thema. Selbstverständlich ist die Solidität ein wichtiges Thema: Wer ist eigentlich unsere Depotbank und wie solide ist die Adresse aufgestellt. Fast noch wichtiger ist aber, wo das Geschäftsmodell im Institut positioniert ist. Einen plötzlichen Verkauf der Depotbanken-Einheit will kein Vermögensverwalter erleben, weil wir ganz andere Baustellen haben. Wer uns sein Geld anvertraut, erwartet ganz selbstverständlich eine gute und verlässliche Depotbank im Hintergrund. Deswegen ist es für uns ganz wichtig, dass wir einen verlässlichen Partner haben.