Die Oldenburgische Landesbank (OLB) hat Andreas Houben zum 1. Juli 2026 in den Vorstand berufen. Der Aufsichtsrat bestellte ihn nach erfolgter Einbindung der Aufsichtsbehörden als Vertriebsvorstand (Chief Sales Officer). In dieser Funktion verantwortet er das Privatkundengeschäft, den zentralen und digitalen Vertrieb, Marketing sowie Produktmanagement und Digital Banking. Zusätzlich übernimmt er vorübergehend die Aufgaben des Betriebsvorstands (Chief Operating Officer) mit den Bereichen Operations, Project Management Office und Informationstechnologie.
Houben war seit Januar 2026 Generalbevollmächtigter der OLB. Zuvor war er seit 2011 bei der Targobank tätig, zuletzt als Ressortleiter Customer Segment Management. Dort baute er laut Pressemitteilung eine segmentorientierte Marketingorganisation für neue Kundensegmente im Retail Banking auf und war zudem Prokurist des Instituts. „Die OLB verfügt über eine starke Marktposition, engagierte Mitarbeitende und eine klare strategische Ausrichtung“, sagt Houben.
Zeitgleich mit Houbens Vorstandsberufung ist Investmentvorstand Marc Ampaw bereits zum Ende Juni 2026 im gegenseitigen Einvernehmen ausgeschieden. Die Verantwortung für seine bisherigen Ressorts übernimmt übergangsweise Christophe Jéhan, Vorstandsvorsitzender der OLB. Laut Pressemitteilung kamen Ampaw und der Aufsichtsrat im Zuge weiterer Gespräche über die künftige Führungsstruktur gemeinsam zu dem Schluss, die ursprünglich vorgesehene Erweiterung seines Verantwortungsbereichs nicht weiterzuverfolgen. Beide Seiten hätten sich daraufhin auf einen geordneten Übergang verständigt.
Eggert wechselt vom Risiko- ins Investment-Ressort
Risikovorstand Chris Eggert übernimmt in Absprache mit den Aufsichtsbehörden zum 1. Oktober 2026 die künftige Position des Investmentvorstands (Chief Investment Officer), die eine enge Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden der Bank beinhaltet. Eggert ist laut Pressemitteilung seit vielen Jahren an der Entwicklung der OLB beteiligt und mit den Kundenportfolios der Bank vertraut.
Zwei weitere Generalbevollmächtigte mit Vorstandsperspektive
Bereits zum 1. April 2026 hatte die Bank Christian Bessenroth, Leiter Commercial Real Estate & International Diversified Lending, als Generalbevollmächtigten für die Asset-basierten Finanzierungen im Segment Corporates & Diversified Lending eingesetzt. Bessenroth kam im Oktober 2021 zur OLB. Seine Ernennung zum Investmentvorstand (Chief Investment Officer) für die entsprechenden Geschäftsbereiche soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 erfolgen.
Darüber hinaus hat die Bank Annett Daldrup zur neuen Generalbevollmächtigten ernannt. Sie bleibt parallel Generalbevollmächtigte der Targo Deutschland und berichtet in ihrer neuen Funktion an Eggert, wo sie in Fragen des Risikomanagements mitwirkt. Daldrup war im Januar 2025 als Credit Officer Corporate Lending und Ressortleiterin Kreditrisikomanagement Firmenkunden zur Targobank gekommen. Ihre Bestellung zur Risikovorständin der OLB ist zum 1. Oktober 2026 vorgesehen.
Jede künftige Vorstandsernennung unterliegt laut Pressemitteilung noch der Eignungs- und Zuverlässigkeitsprüfung durch die Europäische Zentralbank.
Houbens Aufstieg war bereits im Januar angelegt
Die Rotation an der OLB-Spitze läuft bereits seit der Übernahme durch die Targo Deutschland und die dahinterstehende Crédit Mutuel Alliance Fédérale im Januar 2026. Damals hatte der langjährige Vorstandsvorsitzende Stefan Barth die Bank verlassen. Ihm folgte Jéhan, zuvor stellvertretender Vorstandschef der Targobank.
Im selben Zug kündigten laut damaliger Berichterstattung des private banking magazin auch Privatkunden- und COO-Vorstand Aytac Aydin sowie Finanzvorstand Rainer Polster an, ihre Verträge nicht zu verlängern – Aydins Mandat sollte im Juni 2026 enden, Polsters im September 2026.
Für die Nachfolge wurden damals drei neue Generalbevollmächtigte benannt: Houben sollte Teile von Aydins Aufgaben im Privatkundengeschäft übernehmen, Michael Fust war als künftiger Nachfolger Polsters im CFO-Amt vorgesehen, und Sébastien Haquette, der von der Crédit-Mutuel-Tochter Cofidis kam, sollte perspektivisch die operative Steuerung in den Bereichen Operations und IT übernehmen. Mit seiner nun erfolgten Berufung in den Vorstand setzt die OLB den im Januar für Houben skizzierten Plan um.
Kurzfristiger kam dagegen der Abgang von Ampaw. Noch am 9. Juni hatte die OLB mitgeteilt, er werde seinen Vertrag nicht verlängern und die Bank zum 31. März 2027 verlassen – bis dahin sollte er zusätzlich die Aufgaben des zum 30. Juni 2026 ausgeschiedenen CIO Giacomo Petrobelli übernehmen.
Markenstrategie ordnet auch Houbens Ressort neu
Der Vorstandsumbau fällt in eine Phase, in der die OLB auch ihre Markenstruktur neu ordnet. Wie das private banking magazin berichtete, soll die Bank bis 2029 mit der Targobank zu einer juristischen Einheit verschmelzen. Ausgerechnet das Privatkundengeschäft, das nun in Houbens neues Vorstandsressort fällt, soll dabei perspektivisch unter dem Namen der Targobank auftreten. Für das Firmenkundengeschäft ist die Bezeichnung „OLB by Targobank" im Gespräch. Unberührt davon bleibt nach bisherigem Stand das Private-Banking- und Wealth-Management-Geschäft, das weiterhin unter der eigenen Marke Bankhaus Neelmeyer firmieren soll.