Anbieterpensionsfonds wächst Willis Towers Watson übernimmt Pensionsfonds von MAN

Ein Muldenkipper von MAN im Einsatz: Der Fahrzeugbauer überträgt seinen Pensionsfondsbestand auf den Pensionsfonds von Willis Towers Watson.  | © MAN

Ein Muldenkipper von MAN im Einsatz: Der Fahrzeugbauer überträgt seinen Pensionsfondsbestand auf den Pensionsfonds von Willis Towers Watson. Foto: MAN

Das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson kommt bei der Vermarktung seines 2013 gegründeten Pensionsfonds, der damals noch Towers Watson Pensionsfonds hieß, voran. Wie einer Bekanntmachung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) im Bundesanzeiger vom 12. Februar 2020 zu entnehmen ist, hat der Pensionsfonds des Nutzfahrzeugherstellers MAN, die MAN Pensionsfonds AG mit Sitz in München, seinen gesamten Versicherungsbestand mit rund 22.000 Betriebsrentners auf die Willis Towers Watson Pensionsfonds AG in Wiesbaden übertragen. 

Der Vertrag zwischen dem MAN Pensionsfonds und Willis Towers Watson wurde Anfang Dezember 2019 geschlossen. Die Finanzdienstleistungsaufsicht hat das Vorhaben durch eine Verfügung vom 11. Dezember 2019 genehmigt. Volkswagen hatte seine Nutzfahrzeugsparte namens Traton, zu der unter anderem die Marken MAN und Scania gehören, im Juni 2019 an die Börse gebracht, ist aber weiterhin Großaktionär. Volkswagen Finance Luxemburg hält 89,72 Prozent der Anteile an Traton. 

Der MAN Pensionsfonds liegt mit einer Bilanzsumme von 639 Millionen Euro auf Rang 18 der größten deutschen Pensionsfonds. Platzhirsch mit einer Bilanzsumme von 8,2 Milliarden Euro ist der Pensionsfonds des Fahrzeugbauers Daimler.

Marktkonsolidierung geht weiter

Willis Towers Watson entstand im Jahr 2015 aus der Fusion der Beratungsunternehmen Willis Group Holdings und Towers Watson. Am 1. Februar 2013 wurde die damalige Towers Watson Pensionsfonds AG zum Geschäftsbetrieb zugelassen. Seither hat der sogenannte Anbieterpensionsfonds die Bestände von mehreren Unternehmenspensionsfonds übernommen und so zu einer Konsolidierung der hiesigen Pensionsfondslandschaft beigetragen. 

Konzerne nutzen Anbieterpensionsfonds beispielsweise als Anschlusslösung für eigene Pensionsfonds bei Übernahmen. Dann soll meist der bisherige Unternehmenspensionsfonds von den Verpflichtungen befreit werden, die er nach der Transaktion gegenüber den Berechtigten hat, die nun einem anderen Unternehmen zugeordnet sind.

Im vergangenen Jahr hat der Energieversorger Innogy seinen Pensionsfondsbestand von der RWE Pensionsfonds AG auf den Pensionsfonds von Willis Towers Watson übertragen. Letzterer übernahm als Finanzierungsvehikel Pensionsvermögen in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro für rund 10.000 Betriebsrentner.