Analyse von Jones Lang Lasalle Wohnungsmarkt: Stärkster Mietanstieg seit 2004

Analyse von Jones Lang Lasalle: Wohnungsmarkt: Stärkster Mietanstieg seit 2004

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Seitdem die Analysten von Jones Lang Lasalle (JLL) 2004 mit der Analyse der größten deutschen Wohnungsmärkte begonne hat, sind die Mieten noch nie so stark gestiegen wie in 2016. Das gemittelte Plus in den acht untersuchten Wohnungsmärkten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig liegt bei knapp 8 Prozent. Die Spanne reicht dabei von 4 bis 12 Prozent. Die Kaufpreise sind mit plus 10 Prozent allerdings noch stärker gestiegen. Insgesamt haben die JLL-Analysten 100.000 Miet- und 65.000 Kaufangebote für Eigentumswohnungen unter die Lupe genommen. 

Weiter angespannte Mietmärkte

Am stärksten sind die Mieten in Berlin gestiegen. Im zweiten Halbjahr 2016 kletterten sie im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2015 um 12 Prozent nach oben. In Köln und München ging es um jeweils 10 Prozent nach oben. In Hamburg, Düsseldorf, Leipzig und Stuttgart steigen die Mieten zwischen 6 und 7 Prozent. Frankfurt bildet das Schlusslicht mit plus 4 Prozent. „Die Mietmärkte der Städte haben sich 2016 weiter angespannt und zu einem neuen Rekordjahr bei den Mietpreisanstiegen geführt. Selbst die hohen Wachstumsraten aus 2012 wurden in einigen Städten übertroffen“, so Roman Heidrich, bei JLL Team-Leiter Residential Valuation Advisory Berlin. „Städte wie München und Berlin mit hohen Zuwanderungsraten verzeichnen dabei, trotz Einführung der Mietpreisbremse, höchste Anstiege. Hindernisse für den dringend benötigten Wohnungsneubau bleiben die unzureichende Aktivierung von Bauland sowie die in der Regel langen Planungs-, Genehmigungs- und Ausführungszeiträume.“

2016 nur noch drei Märkte mit höherem Anstieg bei Kauf- als bei Mietpreisen

Die Kaufpreise steigen in Stuttgart am stärksten. Auf Jahressicht verteuerten sich Eigentumswohnungen um knapp 17 Prozent. Auch in Leipzig (plus 13 Prozent), Frankfurt (plus 11 Prozent) und Berlin (plus 10 Prozent) machten die Kaufpreise große Sprünge. Um 8 Prozent erhöhten sich die Preise in München und Köln. Immer noch kräftig, aber deutlich schwächer als in den anderen untersuchten Städten stiegen die Kaufpreise in Hamburg (plus 6 Prozent) und Düsseldorf (plus 5 Prozent). „Nur noch in drei Märkten, Stuttgart, Frankfurt und Leipzig, legten 2016 die Kaufpreise stärker zu als die Mieten. Trotzdem: Der vorhandene Nachfrageüberhang und die geringe Bautätigkeit in den untersuchten Großstädten lassen eine rückläufige Preisentwicklung, auch mittelfristig, unwahrscheinlich erscheinen“, so Sebastian Grimm, bei JLL Team-Leiter Residential Valuation Advisory Frankfurt.