Weihnachtsgeschäft, Black Friday, Thanksgiving – das vierte Quartal gilt für viele Unternehmen als umsatzstärkste Zeit des Jahres. Doch spiegelt sich das auch in der Entwicklung der Aktienkurse wider? Dieser Frage ist Pascal Kielkopf in einer neuen Analyse nachgegangen.
Der Kapitalmarktanalyst von HQ Trust hat dafür die durchschnittliche Performance der elf Sektoren des MSCI World sowie des Gesamtindex für verschiedene Zeiträume innerhalb eines Jahres verglichen. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich von Januar 1995 bis September 2024.
Seine Erkenntnisse zeigen: Das vierte Quartal verläuft nicht nach einem einheitlichen Muster. Die Sektoren, die am stärksten profitieren, variieren je nach betrachtetem Zeitraum erheblich.
Technologie profitiert im Januar
„Schaut man auf das komplette letzte Quartal, zeigt sich ein Ergebnis, das viele Investoren erwartet haben dürften“, erklärt Kielkopf. Von Oktober bis Dezember stehen Sektoren wie Technologie, Kommunikation und zyklischer Konsum an der Spitze – Branchen, die oft einen Großteil ihres Umsatzes zum Jahresende erzielen.
Interessanterweise ändert sich dieses Bild im Dezember komplett. „Im letzten Monat des Jahres stehen die Versorger ganz vorne, während Technologie-Aktien sogar das Schlusslicht bilden“, so der Analyst.
Auch das erste Quartal des Folgejahres zeigt eigene Charakteristika. Hier dominieren erneut Technologie und zyklischer Konsum, ergänzt durch den Energiesektor. Kielkopf betont jedoch: „Die Technologie-Aktien profitieren dabei vor allem vom starken Januar. Im Februar liegen sie deutlich hinter dem MSCI World, im März auf gleicher Höhe.“
Sektor-ETFs bieten Chancen
Was bedeuten diese Erkenntnisse für Anleger? „Die Analyse zeigt, dass bestimmte Sektoren in bestimmten Jahreszeiten tendenziell besser abschneiden“, fasst Kielkopf zusammen. Wer von diesen saisonalen Trends profitieren möchte, könne auf Sektor-ETFs setzen. Diese ermöglichen eine breit gestreute Investition in eine Branche, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen.
Der Experte warnt jedoch davor, kurzfristige Schwankungen überzubewerten. „Auch wenn saisonale Muster erkennbar sind, ist eine langfristige Anlagestrategie, die auf Diversifizierung setzt, in der Regel erfolgreicher“, betont Kielkopf.
Für Anleger bedeutet dies: Ein genauer Blick auf sektorale Trends kann interessante Erkenntnisse liefern. Letztendlich bleibt jedoch eine ausgewogene, langfristig orientierte Anlagestrategie der Schlüssel zum Erfolg am Aktienmarkt.