Analyse von HQ Trust Wo aktive Fonds den Index schlagen – und wo sie es selten tun

Analyse von HQ Trust
Wo aktive Fonds den Index schlagen – und wo sie es selten tun
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Jan Tachtler von HQ Trust

Jan Tachtler von HQ Trust Bildquelle: HQ Trust

Aktiv oder passiv – diese Frage beschäftigt Anleger seit Jahrzehnten. Eine universelle Antwort darauf gibt es nicht. Das zeigt Jan Tachtler, Leiter der Fonds- und Managerselektion bei HQ Trust, in einer aktuellen Analyse.

Er hat untersucht, wie hoch der Anteil der aktiven Fonds ist, die ihren Vergleichsindex über drei Jahre hinweg schlagen konnten. Sein Ergebnis: Outperformer finden sich zwar in jeder Anlageklasse – doch die Muster, die dabei entstehen, sollten Investoren kennen.

Aktive vs. passive Fonds
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Tachtler wertete sechs Kategorien aus: europäische, globale und US-amerikanische Large-Cap-Aktien sowie Schwellenländeraktien und zwei Anleihekategorien – ein breit gestreuter Multi-Sektor-Bondindex und ein Index für Euro-Unternehmensanleihen. Um kurzfristige Ausreißer zu glätten, betrachtete er rollierende Drei-Jahreszeiträume von April 2011 bis März 2026. Einbezogen wurden ausschließlich Blend-Fonds, also Produkte ohne ausgewiesenen Anlageschwerpunkt wie Value oder Growth.

Europäische Aktien: Starke Schwankungen, zuletzt rückläufig

Das Bild ist weder einheitlich noch zeitlich stabil. „In jeder der untersuchten Peergroups finden sich Fonds, die ihren Vergleichsindex übertroffen haben. Das Ergebnis ist jedoch keineswegs gleichmäßig verteilt – weder über die Zeit noch über die Anlageklassen“, fasst Tachtler zusammen.

 

Besonders deutlich zeigt sich das bei europäischen Large Caps: Zeitweise gelang es mehr als 70 Prozent der aktiven Fonds in diesem Segment, den MSCI Europe zu übertreffen. Zuletzt ist dieser Anteil jedoch deutlich gefallen – auf rund 29 Prozent.

US-Aktien: Kaum Spielraum für aktive Manager

Dauerhaft schwer haben es aktive Manager bei US-amerikanischen und globalen Large Caps. Beim MSCI USA lag der Anteil der Outperformer im betrachteten Zeitraum fast durchgehend unter 30 Prozent – und fiel zeitweise sogar auf rund 12 Prozent.

„Beim MSCI World sieht es kaum besser aus“, so der Fondsselektor. „Investoren sollten also nicht blind auf einen aktiven Fonds setzen, sondern müssen verstehen, was sich unter der Haube abspielt.“

Anleihen: Aktive Manager mit strukturellem Vorteil

Ganz anders sieht es bei Anleihefonds aus. Der Anteil der Fonds, die den Bloomberg Euro Aggregate Corporate schlagen konnten, lag über den gesamten Zeitraum deutlich höher – zuletzt sogar bei rund 50 Prozent. Ähnliches gilt für den Bloomberg Global Aggregate.

„Aktive Manager können in diesem Segment scheinbar einen größeren Mehrwert erzielen“, sagt Tachtler. Er gibt aber zu bedenken: „Tatsächlich muss man auch hier genauer hinschauen, ob die Fonds sortenrein investieren und wie viel Flexibilität im Anlageuniversum existiert.“

Was Investoren daraus ableiten können

Die Analyse liefert kein Urteil für oder gegen aktives Management – sondern ein Werkzeug zur Einordnung. „Die Frage aktiv oder passiv sollten Investoren nicht pauschal beantworten – sie hängt stark von der Anlageklasse ab“, so Tachtler. In Segmenten wie US- oder globalen Large Caps sei es deutlich schwieriger, einen guten aktiven Fonds zu identifizieren. „Trotzdem gibt es auch hier viele sehr gute Fonds.“

Eine Entscheidung für aktive oder passive Produkte erfordere in jedem Fall ein tiefes Verständnis der jeweiligen Fondsstrategie. Und auch das Kostenargument relativiert Tachtler: Höhere Gebühren für einen aktiven Fonds seien kein Problem – solange die Mehrrendite sie rechtfertige. „Anleger sollten daher stets Rendite und Kosten gemeinsam im Blick behalten.“

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