Green Bonds Amundi übernimmt Steuerung des globalen Grüne-Anleihen-Fonds der EU

Valerie Baudson, Geschäftsführerin von Amundi: Der französische Asset Manager soll einen grünen EU-Anleihenfonds lenken.

Valerie Baudson, Geschäftsführerin von Amundi: Der französische Asset Manager soll einen grünen EU-Anleihenfonds lenken. Bildquelle: Amundi

Die Europäische Union hat den französischen Vermögensverwalter Amundi mit der Verwaltung des Global Green Bond Initiative Fund (GGBI Fund) beauftragt. Das gaben die Europäische Kommission und Amundi in Brüssel bekannt. Der Fonds zielt auf ein Volumen von bis zu 3 Milliarden Euro und soll grüne Anleiheemissionen in Schwellen- und Entwicklungsländern finanzieren.

Der Fonds folgt dem Prinzip des Blended Finance: Rund eine Milliarde Euro stammt von öffentlichen Institutionen, weitere bis zu 2 Milliarden Euro sollen von privaten Investoren eingeworben werden. Den öffentlichen Anteil von knapp 800 Millionen Euro trägt ein Konsortium europäischer Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen unter Führung der Europäischen Investitionsbank (EIB).

 

Weitere Mitglieder des Konsortiums sind die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sowie die nationalen Entwicklungsbanken KfW (Deutschland), CDP (Italien), Proparco (Frankreich) und FMO (Niederlande). Die Europäische Kommission stellt über die EFSD+-Garantie zusätzlichen Kreditschutz bereit. Luxemburg beteiligt sich über Eigenkapitalbeiträge via LuxDev; weitere Mittel des Green Climate Fund werden nach Abschluss der Dokumentation im Laufe des Jahres erwartet.

Anlagestrategie und Zielgruppe

Amundi agiert als Ankerinvestor bei Primäremissionen grüner Anleihen in Partnerländern. Der Fonds investiert ausschließlich in Anleihen, die am Primärmarkt begeben werden, und priorisiert Erstemittenten, also Regierungen, Kommunen und Unternehmen, die erstmals grüne Anleihen ausgeben. Mindestens 20 Prozent der Investitionen sollen in die am wenigsten entwickelten Länder fließen. Anleihen in lokaler Währung und in Euro sind vorgesehen.

Jean-Jacques Barbéris, bei Amundi zuständig für institutionelle und ESG-Kunden, nannte Pensionsfonds in Skandinavien, Großbritannien, den Niederlanden sowie im Euroraum als Zielinvestoren. Amundi-Chefin Valérie Baudson erklärte: „Die Mobilisierung von Kapital ist entscheidend, um eine stärkere Beteiligung der Schwellenländer an der Energiewende zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang bietet die Mischfinanzierung eine einzigartige Möglichkeit, Kapital so einzusetzen, dass sowohl nachhaltige Wirkung als auch finanzielle Renditen erzielt werden.“

Einbettung in die EU-Strategie

Der GGBI-Fonds ist einer von drei Pfeilern der Global Green Bond Initiative, die zum EU-Programm Global Gateway gehört. Die beiden weiteren Pfeiler sind ein technisches Hilfsprogramm für Emittenten in Partnerländern sowie eine Green Coupon Subsidy Facility, die Zinskosten für Emittenten mit besonders hohen Finanzierungskosten reduzieren soll.

Das übergeordnete Ziel der Initiative: bis zu 20 Milliarden Euro privates Kapital für nachhaltige Infrastrukturprojekte in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu mobilisieren. Laut Europäischer Kommission soll der Fonds zudem lokale Kapitalmärkte in Partnerländern stärken und die internationale Verwendung des Euro fördern.

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