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Amundi-Einschätzung zur Weltwirtschaft Wie es jetzt für Anleger weitergeht

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Die unterschiedliche Entwicklung der Wirtschaftsräume spiele aktiven Anlegern jedoch in die Hände. Sie können versuchen, die verschiedenen Phasen des Zyklus auszunutzen: „In den USA setzen wir auf Infrastruktur, Banken und Konsumwerte – also die Branchen, die am meisten von Steuerreform und Regulierungserleichterungen profitieren. In Europa sind es Value, Infrastruktur sowie Unternehmen, auf die sich M&A-Aktivitäten und steigende Zinsen günstig auswirken werden. In Japan wiederum bevorzugen wir Firmen, die eine überdurchschnittliche Corporate Governance aufweisen“, argumentiert Blanqué.

Eine mögliche Schwächephase der Schwellenländer in den nächsten Monaten sollten Anleger nutzen, um die Anlageklasse langfristig ins Portfolio aufzunehmen oder bereits vorhandene Positionen zu ergänzen. „Emerging Markets sollten ein strategischer Kernbestandteil in der Asset Allokation werden“, ist der Anlagestratege mit Blick auf die Wachstumschancen überzeugt.

Anleihen: Kapitalerhalt sichern und Risiken reduzieren

Dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erstmals seit 2013 wieder auf 3 Prozent anstieg, sorgte in diesem Frühjahr für viel Diskussionsstoff. Pascal Blanqué erwartet, dass dieser Wert noch etwas weiter ansteigen könnte, sieht ihn aber dauerhaft unter 3,5 Prozent. In den USA würden kürzer laufende Staatspapiere dagegen immer attraktiver, da die Renditekurve insgesamt recht flach verlaufe.

Angesichts des kommenden Konjunkturübergangs sollten sich Anleger im festverzinslichen Bereich jetzt darauf konzentrieren, den Kapitalerhalt zu sichern und Risiken zu reduzieren. Mittelfristig dürften aber Anleihen, gerade im Zuge eines Wirtschaftsabschwungs, wieder eine größere Rolle im Portfolio spielen.

Drei strategische Empfehlungen für die Übergangsphase

Für die bevorstehende Übergangsphase hat Blanqué drei strategische Empfehlungen: „Erstens sollten Anleger vor allem in der Eurozone eine vorsichtige Haltung einnehmen, dabei aber flexibel auf Marktänderungen reagieren können – Liquidität ist hier besonders wichtig. Zweitens ist es ratsam, das Inflationsrisiko abzusichern, um die expansive Fiskalpolitik in den USA und höhere Ölpreise abfedern zu können. Und drittens sollten Anleger einen renditeträchtigen Bereich auswählen, mit dem sich über Länder- und Branchengrenzen hinweg Erträge erzielen lassen.“ Grundsätzlich sollten Anleger einen globalen Anlagehorizont wählen, taktische Gelegenheiten nutzen und ihr Portfolio möglichst breit diversifizieren.

Gold und Derivate gehören ins Portfolio

Anleger sollten angesichts der Unwägbarkeiten der Zukunft nicht zuletzt auch die Auswirkungen möglicher Extremrisiken auf ihr Portfolio hinterfragen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Dazu sei es hilfreich, eine „Absolute Return“-Perspektive einzunehmen und Risiken sowie Potenziale relativ zueinander zu betrachten.

Wenig korrelierte Investments wie etwa Gold und Derivate könnten dabei auch Extremrisiken abmildern. Insgesamt rät der Experte zu größerem Sicherheitsdenken: „Spätestens wenn die Hedging-Kosten für risikoorientierte Anlageklassen zu hoch werden, ist es Zeit für eine konservative Anlagestrategie.“