Deutschland altert. Die Babyboomer gehen in Rente. Lebensversicherungen laufen aus. Immobilien werden verkauft. Und plötzlich stehen Millionen Menschen vor derselben Frage: Was mache ich mit dem Geld, das ich jetzt habe – und das ich Monat für Monat brauche?
Die Fondsbranche hat eine Antwort gefunden: Produkte mit monatlicher Ausschüttung. Von Allianz Global Investors bis Invesco springen immer mehr Häuser auf den Zug auf. Und mittendrin: Eckhard Sauren, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Sauren Fondservice GmbH aus Köln. Sein Ruhestandsfonds, gestartet Ende 2024 mit der neuen 0,3-FM-Anteilsklasse (ISIN: LU2940381085), schüttet monatlich 0,3 Prozent des Fondsvermögens aus – macht 3,6 Prozent pro Jahr – und hat innerhalb kürzester Zeit rund 50 Millionen Euro eingesammelt. Kein schlechtes Ergebnis für ein Produkt, das Stiftung Warentest als „teuer und langfristig riskant" bezeichnet.
Im Podcast „For Professional Investors Only" spricht Eckhard Sauren über die Mechanik hinter dem Produkt, die rote Linie bei 5 Prozent Ausschüttungsrendite und warum er der ETF-Industrie mal eine Million Euro Wette angeboten hat – die niemand angenommen hat.
Hier direkt in die Episode reinhören:
Ruhestand als überragendes Thema
Sauren ist klar in seiner Einschätzung: „Das Ruhestandsthema ist wirklich das überragende Thema." Und das nicht ohne Grund. Wenn eine Lebensversicherung ausläuft, wollen über 80 Prozent der Kunden – je nach Studie sogar über 90 Prozent – keine neue Rentenversicherung abschließen. Sie suchen Alternativen. Zudem trennen sich einige Eigentümer von ihren Immobilien: steigende Handwerkerkosten, sinkende reale Renditen, und das Bedürfnis nach Simplizität im Ruhestand.
Das Szenario ist konkret: Jemand verkauft das Häuschen für 500.000 Euro, will zurück in die Stadt, hat keine Lust auf Verwaltungsaufwand – und braucht jeden Monat etwas, wovon er leben kann. Bei 100.000 Euro investiert und 3,6 Prozent Jahresausschüttung sind das 3.600 Euro im Jahr oder 300 Euro im Monat. Kein Reichtum, aber eine planbare Ergänzung zur gesetzlichen Rente. „Davon mache ich mir einen kleinen Urlaub, gehe ein paar Mal schick essen, gönne mir irgendwas", beschreibt Malte Dreher im Gespräch den psychologischen Effekt dieser Konstruktion.
Wie der Fonds funktioniert – und was passiert, wenn es eng wird
Der Ruhestandsfonds ist ein Dachfonds: Er investiert in aktiv gemanagte Zielfonds in den drei Kernklassen Aktien, Renten und Absolute-Return-Strategien. Das Risikoprofil liegt zwischen „Defensiv" und „Balance" – mit einer historischen Aktienquote von 25 bis 30 Prozent.
Die monatliche Ausschüttung von 0,3 Prozent erfolgt unabhängig davon, was der Fonds tatsächlich verdient hat. Das heißt: Wenn die Märkte schlecht laufen, geht es an die Substanz. Das war 2025 kurz nach dem sogenannten „Liberation Day" einmal der Fall, als die Märkte 15 bis 20 Prozent in kurzer Zeit einbrachen. Allerdings: Einen Monat später war der Verlust bereits wieder aufgeholt.
Das, sagt Sauren, ist kalkulierbares Risiko. Und es ist die ehrliche Variante – denn anders als manche Konkurrenten wirbt er nicht mit einem stabilen Betrag, der dann beim ersten Drawdown zur Illusion wird.