Alte Credit-Suisse-Mannschaft Sarasin-Banker gründen Lunis Vermögensmanagement

Christoph Lieber gelingt mit dem Finanzinvestor J.C. Flowers und dem Sarasin-Generalbevollmächtigten Andreas Brandt ein mittelgroßer Coup

Christoph Lieber gelingt mit dem Finanzinvestor J.C. Flowers und dem Sarasin-Generalbevollmächtigten Andreas Brandt ein mittelgroßer Coup

Es ist ein mittelgroßer Coup: In die Abwicklung des deutschen Private-Banking-Geschäfts vom Bankhaus J. Safra Sarasin hinein schaffen sich rund 20 Mitarbeiter unter der Führung vom Generalbevollmächtigten Andreas Brandt eine neue berufliche Heimat. Das hat eine Recherche des private banking magazin ergeben. Die Lunis Vermögensmanagement wurde bereits am 27. Februar als Aktiengesellschaft gegründet und ist in Frankfurt beheimatet.

Die Verantwortlichen

Der Namenszusatz „Lunis is a J.C. Flowers, Lieber & Brandt Company“ verrät die gesamte Führungsriege des neuen Unternehmens. J.C. Flowers & Co ist eine auch hierzulande nicht bekannte Beteiligungsgesellschaft aus den USA. Hinter ihr steht der Namensgeber J. Christopher Flowers, ein ehemaliger Goldman-Sachs-Partner. In Deutschland ist er mit der Beteiligung bei der früheren Hypo Real Estate sowie über neun von ihm initiierte Trusts, die sich bis heute an der HSH Nordbank beteiligen (5,1 Prozent der Anteile), in Erscheinung getreten. Bei der Lunis Vermögensmanagement dürfte er vor allem den Part des Geldgebers spielen.

Bei den weiteren Namensgebern handelt es sich um Christoph Lieber, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der St. Galler Kantonalbank in Deutschland (2009 bis 2016). Er ist bisher als Geschäftsführer des neugegründeten Finanzdienstleisters eingetragen. Dritter im Bund ist besagter Andreas Brandt, hierzulande Generalbevollmächtigter von J. Safra Sarasin (2011 bis 2017) und früherer Vorstandvorsitzender der Credit Suisse Deutschland.

Eingeschworene CS-Truppe

Letztere Adresse scheint auch das Bindeglied für die künftige Mannschaft der Lunis Vermögensmanagement zu sein. Brandt hat zahlreiche Berater der früheren Credit Suisse mit zur damaligen Bank Sarasin genommen. Dazu gehören Teile des Personals in Hannover (Niederlassungsleiter Uwe Fahse), Hamburg (Brandt selbst), Berlin (Uwe Arndt) sowie München.

Wann die Lunis Vermögensmanagement offiziell ihre Arbeit aufnimmt, ist noch unklar. Eine Rolle dürfte dabei die Kündigung der deutschen Private-Banking-Kunden durch J. Safra Sarasin zum 15. Mai 2017 sein. Das Kündigungsschreiben liegt der Redaktion vom private banking magazin vor und ist klar formuliert. Ab dem 16. Mai hängen die bisherigen Kunden – und damit die Kunden der Brandt-Mannschaft – im luftleeren Raum. Aus Branchenkreisen ist zudem zu erfahren, dass die Lunis Vermögensmanagement eine 32-KWG-Lizenz bei der Bafin beantragt hat.

Der Hintergrund

Vorausgegangen ist, dass sich das Bankhaus J. Safra Sarasin aus dem deutschen Private-Banking-Geschäft bis Ende 2017 zurückziehen wird. Das private banking magazin hatte bereits Ende September 2016 die Frage nach der Exit-Strategie für Deutschland gestellt. Anfang März wurde der Rückzug dann offiziell verkündet. Künftig wird man nun noch im Wholesale- und Insti-Geschäft in Deutschland tätig sein, und das von Luxemburg aus.