Almut Sonnhalter im Gespräch „Hab Mut zu springen“ – wie fünf Berater ihr eigenes Family Office bauten

Almut Sonnhalter hat gemeinsam mit vier anderen das Aequitas Family Office gegründet

Almut Sonnhalter hat gemeinsam mit vier anderen das Aequitas Family Office gegründet Bildquelle: Matthias Oertel /Edelstoff Media mit KI

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Die einen kamen aus Stuttgart, die anderen aus Schwäbisch Hall, sie selbst aus Düsseldorf. Also trafen sie sich in der Mitte: Raststätte, ruhige Ecke, Wochenende. Beim ersten Treffen ging es um die Grundfrage: Machen wir das zusammen? Der Laden war leer. Dann hörte Almut Sonnhalter ihren Namen. Vor ihr stand eine ihrer größten Mandantinnen, angereist aus dem hohen Norden, und fragte, was sie hier tue. Sagen konnte sie es nicht. „Wir guckten alle und wir haben dann irgendwie gesagt, das ist ein Zeichen.“

Das Zeichen heißt heute Aequitas. Fünf geschäftsführende Gesellschafter, jeder hält 20 Prozent, Entscheidungen fallen mit einfacher Mehrheit. Die Runde ist bewusst ungerade besetzt. Der Name kommt von Gerechtigkeit und Fairness, der Gesellschaftsvertrag ist entsprechend dick. „Wahrscheinlich weil wir auch Finanzplaner sind“, sagt Sonnhalter.

Erst ging sie raus aus der Bank, hinein ins Family Office Wealthgate, sieben Jahre lang. Dann in die Selbstständigkeit. Den größeren Sprung sieht sie im ersten. „Wagen hört sich ja immer nach riskant an oder Risiko, das sehe ich nicht so“, sagt sie über Schritt zwei. Mit 20 hätte sie das nie gemacht: „Das Vertrauen darin, dass man das schafft, das ist vor 20 Jahren auch noch nicht da gewesen.“ Diesmal hatten sie durchgerechnet und lang gewachsene Kundenbeziehungen im Rücken.

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Sonnhalter ist Juristin und Certified Financial Planner, beides läuft parallel mit. Die juristische Brille nennt sie ihr „kleines Frühwarnsystem“: Was ist bei Scheidung? Was im Erbfall? Was, wenn der Unternehmer in die Haftung kommt? Die Finanzplaner-Brille sucht Klumpenrisiken, die im Depot allein gar nicht sichtbar werden. Zwischen einem klassischen Private-Banking-Kunden und einem mit 30 Millionen liquiden Vermögen ändert sich für sie nicht die Größe, sondern das Ziel: weg vom Aufbau, hin zu Sicherung und Übergang über Generationen. Und damit zu Private Equity, Venture Capital und Private Placements.

 


Die Familie wiegt dabei schwerer als das Portfolio. Familiendynamiken unterschätze man leicht, sagt sie, das Vermögen sei „eher zweitrangig“. Es gehe selten nur ums Depot: „Ganz oft ist man ja schon fast Teil der Familie, so tief ist man da drin.“

 

Kleine Einheiten sprießen, aber Regulatorik, IT, Geldwäscheprüfung und Backend fressen genau die Freiheit auf, für die man gegangen ist. Wer sie um Rat fragt, bekommt drei Sätze. Erst die Frage nach dem Warum: Sicherheit oder Gestaltungsfreiheit? Dann ein Businessplan über 18 bis 24 Monate. „Analysier das Risiko, aber lass dich nicht von der Angst lähmen.“ Und drittens: „Hab Mut zu springen.“

Bleibt die Frage, was passiert, wenn fünf gleichberechtigte Partner sich das erste Mal ernsthaft uneinig sind. Wie genau das funktioniert, welche Fehler gemacht wurden und worauf Almut Sonnhalter jetzt setzt, darüber spricht sie im Podcast.

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