Alecta-Chefin schmeißt nach einer Woche hin Schwedischer Pensionsfonds kommt nicht zur Ruhe

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Alecta-Chefin schmeißt nach einer Woche hin
Schwedischer Pensionsfonds kommt nicht zur Ruhe
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Kenneth Bengtsson von Alecta: „Es ist bedauerlich, dass Carina Akerstrom ihre Einschätzung ihrer Fähigkeit, ihre Aufgabe als Vorstandsvorsitzende von Alecta zu erfüllen, geändert hat und sich entschieden hat, zurückzutreten.“

Kenneth Bengtsson, Vorsitzender des Prüfungsausschusses von Alecta: „Es haben sich keine neuen Informationen ergeben, die uns nicht bereits bekannt waren. Im Laufe des Verfahrens haben wir Carina Åkerström natürlich umfangreiche Fragen dazu gestellt.“ Foto: Imago Images / TT

Erst seit gut einer Woche war Carina Akerstrom Vorsitzende von Alecta, nun ist sie zurückgetreten. Dies teilten die Verantwortlichen vom größten schwedische Pensionsfonds mit und fügte hinzu, dass sie den vorherigen Interimsvorsitzenden Jan-Olof Jacke wieder eingesetzt haben. Die Frage, ob dieser jetzt langfristig vom stellvertretenden Vorsitzenden an die Spitze aufsteigen wird, bleibt in der Pressemitteilung und auch auf Anfrage dieses Mediums unbeantwortet.

„Es ist bedauerlich, dass Carina Akerstrom ihre Einschätzung ihrer Fähigkeit, ihre Aufgabe als Vorstandsvorsitzende von Alecta zu erfüllen, geändert hat und sich entschieden hat, zurückzutreten“, so Kenneth Bengtsson, Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Weitere Gründe für Akerstroms Rücktritt wurden nicht genannt. Nach Bengtssons Ansicht hätte es aber keine Interessenkonflikte gegeben, die nicht auf die übliche Weise gehandhabt werden könnten.  „Es haben sich keine neuen Informationen ergeben, die uns nicht bereits bekannt waren. Im Laufe des Verfahrens haben wir Carina Åkerström natürlich umfangreiche Fragen dazu gestellt.“, so Bengtsson. Von Akerstrom liegt bislang keine Stellungnahme vor.

 

Akerstrom ist die zweite vorgeschlagene Vorsitzende, der sich nicht bewährt hat, nachdem der Nominierungsausschuss im Januar seinen Vorschlag für den ehemaligen dänischen Zentralbankchef Lars Rohde wegen eines Interessenkonflikts zurückziehen musste. Der Ausschuss teilte damals mit, dass er erfahren habe, dass Rohde einen anderen Vorstandsposten in einem anderen Unternehmen übernehmen wolle. Aus diesem Grund wurde Akerstrom nominiert, die zuvor Vorstandsvorsitzende der Svenska Handelsbanken war.

Der Pensionsfonds ist seit einem knappen Jahr am Straucheln. Im vergangenen April wurde unter anderem der langjährige Chef Magnus Billing gefeuert. Grund für die Schieflage sind Investitionen in die hoch verschuldete Immobiliengruppe Heimstaden Bostad sowie in die US-Banken First Republic, Silicon Valley und Signature. Die Investments kosteten den Fonds gut 1,7 Milliarden Euro. Alecta ist deshalb seit vergangenem Jahr Gegenstand von zwei laufenden Untersuchungen der schwedischen Finanzaufsichtsbehörde (FSA).

Über den Fonds

Alecta verwaltet Kapitalanlagen in Höhe von rund 120 Milliarden Euro (1,2 Billionen Kronen) für 2,6 Millionen Privatkunden und 35.000 Unternehmen. Damit gehört Alecta zu den zehn größten Einrichtungen ihrer Art in der EU.

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