Donner & Reuschel als Verwahrstelle Hansainvest startet erste ETF-Anteilsklasse zu klassischem Investmentfonds

Jörg Stotz in seinem Büro vor Wand mit Sätzen zur Firmen-Philosophie

„Über ETFs können aktive Asset Manager die Zugangswege für ihre Investoren erweitern und komplettieren“, sagt Jörg Stotz. Bildquelle: Hansainvest / Christin Jahns / Collage mit Canva

Die Hamburger Service-KVG Hansainvest hat den Proud at work Ucits ETF (ISIN: DE000A41ZZJ4) aufgelegt – eine börsengehandelte Anteilklasse der Proud-at-work-Strategie von Aramea Asset Management. Initiator der Fondsstrategie ist Reinhard Springer, Gründer der Werbeagentur Springer & Jacoby.

Der ETF wird an deutschen Börsen gehandelt, ist sparplanfähig und nach Hansainvest-Angaben über nahezu alle gängigen Handelsplattformen investierbar. Als Verwahrstelle fungiert Donner & Reuschel. Weitere beteiligte Partner sind Solactive (Indicative Net Asset Value Provider), Ultumus (Portfolio Composition File (PCF) und Create/Redeem-Prozess) sowie die Market Maker und Authorized Participants Société Générale und Jane Street.

Premiere auf mehreren Ebenen

Der Schritt ist für alle Beteiligten eine Premiere: Für Hansainvest als Service-KVG, für Donner & Reuschel als Verwahrstelle sowie für Aramea, da es der erste ETF des Asset Managers ist. Darüber hinaus realisieren die Partner damit erstmals in Deutschland einen Fonds, der gleichzeitig in einer börsengehandelten und einer klassischen Anteilklasse erhältlich ist.

 

Die Proud-at-work-Strategie existiert bereits seit 2019 als konventionell strukturierter Investmentfonds, den Hansainvest administriert. Mit der neuen ETF-Anteilklasse erhält sie nun einen zusätzlichen Zugangsweg – ohne dass ein komplett neuer Fonds aufgelegt werden muss. Diese Konstruktion, die in anderen europäischen Ländern bereits etabliert ist, ist in Deutschland bislang einmalig.

Neue Türen für Fondsboutiquen

Besonders bedeutsam ist der Schritt für kleinere und unabhängige Fondsinitiatoren: Hansainvest ist nach eigenen Angaben die erste Service-KVG, die es unabhängigen Fondsanbietern ermöglicht, ETFs oder ETF-Anteilklassen in Deutschland aufzulegen. Bislang war dieser Weg für Fondsboutiquen hierzulande schwer zugänglich.

Hansainvest-Geschäftsführer Jörg Stotz sieht darin einen Beitrag zur Stärkung des Finanzplatzes Deutschland: „Über ETFs können aktive Asset Manager die Zugangswege für ihre Investoren erweitern und komplettieren. Börsengehandelte Fonds sind schließlich für immer mehr Anleger das Vehikel der Wahl.“

Schon im Februar hatte Stotz erklärt, dass er den ETF vor allem als Vertriebskanal begreift: Anleger, die nur ein Depot bei einem Neobroker haben, konnten bestehende aktiv gemanagte Fonds bisher oft gar nicht kaufen. „Fonds werden in Deutschland bisher verkauft und nicht gekauft“, so Stotz damals. Daran könne sich etwas ändern, wenn Anbieter den Zugang über das ETF-Format ermöglichen.

Die Strategie: Arbeitgeberqualität als Anlagekriterium

Der Proud-at-work-Ansatz investiert in nationale und internationale Aktien von Unternehmen, deren Mitarbeiter angeben, gerne dort zu arbeiten. Grundlage sind Daten und Analysen des Forschungsinstituts Great Place to Work, das Unternehmen weltweit auf ihre Arbeitsplatzkultur untersucht. Ergänzt wird die Auswahl durch eine Fundamentalanalyse der Geschäftsmodelle und Finanzkennzahlen der Unternehmen.

Markus Barth, Vorstandsvorsitzender von Aramea Asset Management, betont die strategische Reichweite des Schritts: Die Proud-at-work-Strategie baue auf einem inhaltlich starken Fundament und werde seit Jahren positiv aufgenommen. Durch die ETF-Anteilklasse werde sie nun auch für jene Anleger zugänglich, die bevorzugt über die Börse oder digitale Plattformen investieren. Damit werde nicht nur die Reichweite erhöht, sondern einem breiteren Publikum der Zugang zu einem werteorientierten Investmentansatz ermöglicht.

 

Hansainvest will weitermachen

Für Hansainvest ist der Proud-at-work-ETF kein einmaliger Schritt, sondern der Auftakt einer ETF-Strategie. Weitere Lösungen für Fondsboutiquen sollen folgen. 

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