Umfrage zu nachhaltiger Geldanlage Aktive Fonds liegen bei Finanzprofis vorn

Entwurf für den weltweit ersten Prototypen einer nachhaltigen schwimmenden Stadt, die in Südkorea entstehen soll

Entwurf für den weltweit ersten Prototypen einer nachhaltigen schwimmenden Stadt, die in Südkorea entstehen soll: Für professionelle Anleger ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Baustein ihrer Strategie, so die Umfrage. Foto: Imago Images / Cover-Images

Wenn es darum geht, bei der Geldanlage Umwelt- und Sozialkriterien sowie eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, kurz ESG, zu beachten, sind aktive Fonds für zwei Drittel der Finanzprofis die erste Wahl. Aktien liegen dabei mit 80 Prozent deutlich vor Anleihen (knapp 60 Prozent). Das ist das Ergebnis der ESG Global Study 2022, für die die Fondsgesellschaft Capital Group 1.130 Profianleger befragt hat, darunter Vertreter von Pensionsfonds, Family Offices und Versicherungsgesellschaften sowie Dachfonds, Privatbanken und Finanzberater aus 19 Ländern.

Insgesamt ist der Anteil der Investoren, die auf ESG-Produkte setzen, demnach von 84 Prozent im Vorjahr auf 89 Prozent gestiegen. Europa liegt unter den Regionen vorn: So geben 93 Prozent der Befragten an, nachhaltig anzulegen. Den größten Zuwachs verzeichnet im Vorjahresvergleich die Region Asien-Pazifik. Dort stieg der Prozentsatz der Anleger, die ESG-Kriterien beachten, von 81 auf 88 Prozent.

Abgefragt wurden auch die wichtigsten Treiber für nachhaltige Investitionen. Weltweit liegen Kundenwünsche mit 27 Prozent vorn, ein Viertel nennt zudem positiven Einfluss als Grund. In den USA spielen die Wünsche der Kunden bei Profianlegern mit 42 Prozent eine größere Rolle, in Europa nennen Investoren am häufigsten den Einfluss als Grund (28 Prozent). Höhere Wertzuwächse sind für Anleger im asiatisch-pazifischen Raum Hauptgrund für das Beachten von ESG-Kriterien.

Europa liegt bei Nachhaltigkeit deutlich vor den USA

Nachhaltigkeit bezeichnen weltweit ein Viertel der Befragten als zentralen Baustein ihrer Geldanlage. In Europa sind es mit 31 Prozent fast ein Drittel. Die USA liegen hinten: Mit 18 Prozent stimmt dieser Aussage nicht einmal jeder Fünfte zu.

Bei der Auswahl konkreter Fonds nennt die Hälfte der befragten Investoren die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen als wichtiges Kriterium. Fast zwei Drittel glauben, dass die Unterstützung von Unternehmen beim Übergang in eine nachhaltige Zukunft Schlüssel zur Lösung der Klimakrise sei. Allerdings befürchten 41 Prozent, dass soziale Themen, also das S in ESG, zugunsten von Klimafragen vernachlässigt werden.