Aktienmärkte im weiteren Jahresverlauf Europa setzt sich vor die USA

Donald Trump gibt sich trotz immer neuer Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen optimistisch

Donald Trump gibt sich trotz immer neuer Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen optimistisch: Der US-Präsident steht für sein Krisenmanagement in der Kritik. Foto: imago images / ZUMA Wire

Nadège Dufossé, Head of Cross-Asset Strategy & Deputy Global Head of Multi-Asset

Covid-19 hat in der ersten Jahreshälfte die Weltwirtschaft überrumpelt – mit weitreichenden Folgen für die Märkte. Auf eine globale Pandemie war eigentlich kein Land vorbereitet. Regierungen auf der ganzen Welt mussten schwierige Entscheidungen treffen: Jede große Volkswirtschaft verhängte daraufhin einen strengen Lockdown. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind noch nicht gänzlich absehbar. Doch Zentralbanken und Regierungen steuern – zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise – weltweit mit beispiellosen Unterstützungsmaßnahmen gegen.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Schwarzen Schwan, der an der Börse für ein unerwartetes, folgenreiches Ereignis steht, in diesem Jahr gering bleiben dürfte, sollten Marktteilnehmer auf der Hut sein: Zwar hat sich nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen in Asien und Europa die Wirtschaft im Juni deutlich erholt. Doch weil sich das Virus global weiter verbreitet, verschlechtern sich nun die Chancen für eine lineare Erholung wieder. Anleger sollten daher wachsam und flexibel bleiben, um jederzeit auf plötzliche Schwankungen gefasst zu sein.

Candriam hat im Januar und Februar risikoreiche Anlagen im Portfolio reduziert und das Engagement in Gold aufgestockt. Das hat sich während des Abschwungs und der jüngsten Erholung als vorteilhaft erwiesen. Bevorzugt werden nun Anlageklassen, die überdurchschnittlich von der Konjunkturerholung und der Unterstützung von Zentralbanken und Regierungen profitieren dürften.

Worauf sich Anleger einstellen müssen

Auf die Finanzmärkte wirken derzeit zwei entgegengesetzte Kräfte: Einerseits sorgten die Juni-Konjunkturdaten für positive Überraschungen, weil sie auf eine schnelle Erholung hindeuteten. Andererseits bricht das Virus sich weltweit immer weiter Bahn. Anleger müssen, je nach Region, mit unterschiedlichen Szenarien rechnen.

In Europa ist ein wirtschaftlicher Aufschwung zu erwarten. Europäische Indizes umfassen eher zyklische Titel und schneiden daher in Erholungsphasen überdurchschnittlich gut ab. Neben zyklischen Branchen erscheinen Value-Werte vielversprechend. Von der Erholungsphase profitiert nicht zuletzt auch der Bankensektor.

Die Lage in den USA bleibt dagegen angespannt. Drückte zunächst das umstrittene Krisen-Management der US-Regierung auf die Stimmung der Anleger, könnte ein Sieg der der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl im November neue Auswirkungen auf die Märkte haben. Nach den Kursavancen der vergangenen Monate ist der US-Markt insgesamt im Vergleich zu Europa zudem teuer.

Einen ausführlichen Candriam-Ausblick für das zweite Halbjahr, inklusive der Analyse für die Schwellenländer-Märkte, lesen Sie hier.