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CEO-Ausblick 2026: Märkte im Balanceakt

In Kopenhagen erhältliche Kappe

In Kopenhagen erhältliche Kappe: Im neuen Jahr dürften die Märkte einen Aufschwung unter Spannung erleben. Bildquelle: Imago Images / Ritzau Scanpix

Ted Truscott, CEO von
Columbia Threadneedle Investments

Im Jahr 2025 erwies sich die Weltwirtschaft als widerstandsfähig, da das Wachstum anhielt und die Märkte stiegen. Zu Beginn des Jahres 2026 sind wir vorsichtig optimistisch, dass die Märkte weiter wachsen werden; unterstützt durch nachlassende Inflation, erwartete Zinssenkungen und KI-getriebene Innovationen.

Doch trotz des Optimismus mahnen uns wirtschaftliche und geopolitische Risiken zur Vorsicht. Dieser Ausblick befasst sich mit den wichtigsten Anlagethemen, die die Märkte und die Vermögensverwaltungsbranche im neuen Jahr prägen werden.

Gewinne treiben die Dynamik des US-Marktes voran

Die Gewinne der US-Unternehmen werden auch 2026 die Aktienperformance beflügeln. Die Unternehmen bleiben agil, passen sich den Zöllen an und schützen gleichzeitig ihre Rentabilität – was die Aussichten für US-Aktien positiv beeinflusst.

Sinkende kurzfristige Zinsen dürften den Aktien Rückenwind verleihen und die positive Stimmung der Anleger verstärken. Obwohl sich die Gesamtinflation bei knapp 3 Prozent stabilisiert hat, deuten lokale Preisanstiege – insbesondere bei Konsumgütern – auf anhaltenden Preisdruck hin.

Zölle bleiben ein entscheidender Faktor für die Einschätzung der Inflationsaussichten. Oft als einmalige Anpassungen abgetan, wirken sie sich weiterhin auf die Lieferketten aus, erhöhen die Kosten und stellen Annahmen über die langfristige Preisstabilität in Frage. Sollte sich die Inflation wieder beschleunigen, könnte die US-Notenbank (Fed) ihre Zinssenkungen aussetzen und die Zinsstrukturkurve könnte sich versteilen – was die Bewertungen sowohl an den Aktien- als auch an den Rentenmärkten verändern und in Frage stellen würde.

Die Ertragsstärke untermauert den Optimismus, doch hohe Bewertungen und unterschätzte geopolitische Risiken erfordern die Aufmerksamkeit der Anleger.

 

Jetzt gilt es, globale Chancen konsequent zu nutzen

Die Ausweitung der Aktienchancen über die USA hinaus dürfte auch 2026 ein wichtiges Thema bleiben. Hier sind einige Bereiche, die wir für besonders interessant halten. 

Japan: Struktureller Wandel. Japan bietet attraktive Anlagechancen, da sich das Land von einer Kultur des Sparens zu einer Kultur des Investierens wandelt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind die Anleger optimistisch in Bezug auf japanische Aktien. Grund dafür sind investorenfreundliche Reformen der Unternehmensführung und ein bedeutender Wandel der japanischen Verbraucher von einer Kultur des Sparens zu einer Kultur des Investierens. Demografische Trends und die Inflation beschleunigen diesen kulturellen Wandel und schaffen Chancen für lokale Unternehmen und globale Anleger. Wir sind optimistisch und erwarten höhere Renditen für japanische Aktien.

Europa: Potenzial unter Druck. Sinkende Zinsen und die gelockerte Schuldenbremse in Deutschland haben die Aussichten für europäische Aktien im Jahr 2025 verbessert. Dennoch steht Europa derzeit unter großem Druck. Regulatorische Belastungen und die Konkurrenz aus China in Form von hochwertigen, kostengünstigen Produkten wie Elektrofahrzeugen stellen die Dominanz Europas im verarbeitenden Gewerbe infrage. Politische Maßnahmen und Deregulierung werden entscheidend sein, wenn Europa sein wirtschaftliches Potenzial weiter ausschöpfen und die Vorteile des europäischen Binnenmarktes nutzen will.

Großbritannien: Anzeichen für eine Erholung des Wachstums trotz Herausforderungen. Großbritannien muss genau beobachtet werden. Wir sehen erste Anzeichen für eine Erholung oder eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in diesem Markt. Der jüngste Anstieg des britischen Aktienmarktes auf Rekordhöhen hat eine Debatte über die Aussichten für britische Aktien ausgelöst. Acht Aktien haben mehr als die Hälfte der gesamten Rendite des FTSE 200 erwirtschaftet – ein deutliches Zeichen für die starke Konzentration, wie man sie bereits vom US-Aktienmarkt kennt. Hinter dieser Konzentration verbergen sich jedoch einige interessante Chancen: Hunderte von Unternehmen, die zu attraktiven Bewertungen gehandelt werden und über solide inländische Fundamentaldaten verfügen. Die Inflation liegt jedoch weiterhin bei 4 Prozent, und die Fiskalpolitik tendiert zu höheren Steuern. Die Bewertungen sind zwar attraktiv, aber die Strukturreformen hinken anderen Regionen noch hinterher.

Schwellenländer: Auf dem Vormarsch. Schwellenländer (EM) erscheinen zunehmend attraktiv. Ein schwächerer Dollar und anhaltendes globales Wachstum stützen diese Märkte in der Regel, und wir stehen EM-Aktien derzeit deutlich positiver gegenüber als in der Vergangenheit.

Günstige Rahmenbedingungen für Anleihen, aber Risiken bleiben bestehen

Die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere starten mit einer auffallend positiven Stimmung in das Jahr 2026. Eine stabile Wirtschaft, die Zinssenkungen der Fed und eine gesunde Nachfrage nach Anleihen bilden die Grundlage für konstruktive Renditen. Die Fundamentaldaten für Investment-Grade-Anleihen sind weiterhin stark, und die öffentlichen Kreditmärkte erscheinen stabil. Wir beobachten ein wachsendes Interesse der Anleger an privaten Krediten. Als Anlageklasse bieten sie Chancen auf differenzierte Renditen, erfordern jedoch sorgfältige Prüfung. Rigoroses Research und aktives Management werden für Anleger entscheidende Instrumente sein, um die sich entwickelnden Chancen privater Kredite zu nutzen.

Die weltweit steigende Staatsverschuldung bleibt für die Märkte ein langfristiges Problem, insbesondere angesichts der explodierenden Zinszahlungen. Die nächsten drei bis fünf Jahre könnten erhebliche Folgen haben, sofern dieses strukturelle Problem nicht gelöst wird. Es gilt, die Finanzpolitik aufmerksam zu verfolgen und sorgfältig abzuwägen, welche Verschuldungsniveaus langfristig tragfähig sind. Hohe Schuldenstände sind nicht nur ein Problem der USA, sondern eine globale Herausforderung, von der mehrere Länder betroffen sind, darunter Japan, Europa und andere. Lösungen gibt es, aber sie erfordern mutiges Handeln angesichts schwieriger politischer Entscheidungen.

Geopolitische Risiken: Bequeme Gleichgültigkeit?

Trotz der positiven Stimmung an den Finanzmärkten wächst im Hintergrund der internationale Druck – geopolitische Spannungen verschärfen sich, auch wenn sie bislang in den Kurs-Charts noch kaum widergespiegelt werden. Die Märkte haben diese Risiken im Jahr 2025 weitgehend ignoriert, vielleicht sogar bis zur Selbstgefälligkeit. Zu Jahresbeginn rückten geopolitische Entwicklungen in den Fokus – allen voran der gewaltsame Machtwechsel in Venezuela, bei dem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro im Zuge einer US-Militäroperation festgenommen wurde, sowie die Veränderungen in der US‑Politik gegenüber Lateinamerika.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist weiterhin ungelöst, während die Spannungen zwischen China und Taiwan weiterhin Anlass zur Sorge geben. Darüber hinaus tragen die sich wandelnde US-Politik gegenüber Europa und die Risiken eines Konflikts im Nahen Osten zur Komplexität der geopolitischen Lage bei.

 

Angesichts der hohen Bewertungen, insbesondere bei US-Aktien, ist der Spielraum für Fehlentscheidungen gering. In der Welt der Investitionen gibt es eine klassische Erkenntnis, die besagt: Vertrauen ist gleichbedeutend mit Liquidität und Liquidität ist gleichbedeutend mit Vertrauen.

Ein größerer Schock kann das Vertrauen der Märkte schnell untergraben, und in den schnelllebigen Märkten von heute kann die Liquidität innerhalb eines Augenblicks verschwinden. Es könnte nur ein einziger Vorfall reichen, um die Selbstzufriedenheit der Märkte zu zerstören und eine negative Reaktion auf destabilisierende weltpolitische Ereignisse auszulösen.

„Ein größerer Schock kann das Vertrauen der Märkte schnell untergraben, und in den schnelllebigen Märkten von heute kann die Liquidität innerhalb eines Augenblicks verschwinden.“ – Ted Truscott, CEO von Columbia Threadneedle Investments

KI und Transformation

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein wichtiges Anlagethema für 2026, wobei sich die Unternehmensausgaben für KI auf Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen konzentrieren. Während unmittelbare Vorteile greifbar sind, bleibt die langfristige Kapitalrendite (ROI) ungewiss. Dies wirft die Frage auf, wie das Jahr 2027 und die Zeit danach aussehen werden. Wir beobachten, welche Auswirkungen der KI-Ausbau auf die Märkte hat und wie KI-Investitionen miteinander verflochten sind.

Über seine Bedeutung als Anlagethema hinaus betrachtet Columbia Threadneedle Investments KI als zentralen Hebel für seine Transformationsstrategie, um die Research-Produktivität, den Portfolioaufbau und die Berichterstattung an Investoren zu verbessern. Wir sind sehr optimistisch, dass wir durch den intelligenten Einsatz von KI und anderen transformativen Tools das Kundenerlebnis verbessern und die betriebliche Effizienz steigern können.

Diversifizierung ist unverzichtbar

Zwar haben US-Aktien starke Renditen erzielt, doch zeigt die Geschichte, dass sich Führungspositionen verschieben können. Darüber hinaus unterstreicht die enorme Konzentration der Renditen auf im Wesentlichen sieben US-Aktien das Argument für Diversifizierung. Ein breit diversifiziertes Portfolio – das Large Caps und Small Caps, US- und globale Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und alternative Anlagen umfasst – ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

Small Caps gewinnen aufgrund sinkender Zinsen und eines günstigen Wirtschaftswachstums an Attraktivität. Internationale Engagements profitieren von einem schwächeren US-Dollar und bedeutenden Reformen in Märkten wie Japan. Oft übersehene Kommunalanleihen bieten attraktive steuerpflichtige Renditen und sollten eine größere Rolle in den Portfolios von Anlegern spielen.

Investment-Grade-Anleihen, die sich fundamental in ausgezeichneter Verfassung befinden, sorgen für wichtige Stabilität; Core-/Core-Plus-Allokationen sollten weiterhin die Grundlage bilden. Hochverzinsliche Anleihen bieten trotz enger Spreads angemessene Renditen.

Alternative Anlagen bieten Diversifizierungsvorteile, erfordern jedoch eine bessere Aufklärung der Anleger, da der Zugang immer breiter wird. Ein breites Engagement ist immer eine gute Idee, aber im aktuellen Umfeld ist Diversifizierung besonders wichtig.

Investoren profitieren von der Weiterentwicklung der Branche

Die Vermögensverwaltung bleibt wettbewerbsintensiv, fragmentiert und schnelllebig. Der Druck auf die Gebühren stellt weiterhin eine große Herausforderung für die Branche dar, während die operative Effizienz mehr Aufmerksamkeit bekommt. Die Konsolidierung könnte sich beschleunigen, vor allem in schwachen Märkten, während der Wettbewerb um Talente intensiv bleibt. Innovationen bei Anlageinstrumenten, Strategien und Technologien konzentrieren sich weiterhin darauf, den sich wandelnden Bedürfnissen der Anleger angesichts veränderter Marktbedingungen gerecht zu werden.

Aktive ETFs, separat verwaltete Konten, Modellportfolios und ein erweiterter Zugang zu alternativen Anlagen verändern die Investitionslandschaft und bieten Anlegern eine größere Auswahl an Investitionslösungen. Investmentfonds bleiben weiterhin relevant, insbesondere in Altersvorsorgeplänen, aber der Preisdruck und Innovationen begünstigen neuere Anlageinstrumente. Kurz gesagt, Innovationen bei Anlageinstrumenten bieten Anlegern niedrigere Kosten, größere Flexibilität und mehr Lösungen.

„Investmentfonds bleiben weiterhin relevant, insbesondere in Altersvorsorgeplänen, aber der Preisdruck und Innovationen begünstigen neuere Anlageinstrumente.“ – Ted Truscott, CEO von Columbia Threadneedle Investments

Die Nachfrage nach alternativen Anlagen steigt, da Anleger Diversifizierung und differenzierte Renditen anstreben, aber wir müssen bei der Portfolioallokation umsichtig vorgehen. Es bleibt entscheidend, diese Vorteile gegen die semi-liquide oder illiquide Natur alternativer Anlagen abzuwägen. Der Erfolg hängt von Planung und Aufklärung ab – Berater und Kunden müssen die Vor- und Nachteile verstehen und bereit sein, Kapital langfristig zu investieren. Die Demokratisierung des Zugangs ist positiv, aber fundierte Entscheidungen sind unerlässlich.

Zunehmende Bedeutung des aktiven Managements

Auch im Jahr 2026 bleibt aktives Management unverzichtbar. Angesichts der zunehmenden Beliebtheit passiver Anlagen bieten Ineffizienzen bei Aktien und festverzinslichen Wertpapieren erfahrenen Managern die Möglichkeit, falsch bewertete Wertpapiere zu identifizieren und durch rigorose Research-Arbeit und versierte Portfoliokonstruktion Alpha zu erzielen.

Bei Columbia Threadneedle Investments konzentrieren wir uns auf die Säulen Research-Intensität, globale Perspektive und kontinuierliche Verbesserung. Fundierte, datengestützte Analysen bilden die Grundlage für eine starke Portfolio-Performance und helfen uns, Chancen zu identifizieren und Risiken in einer komplexen Welt zu managen. Unsere globale Reichweite verschafft uns Einblicke in verschiedene Märkte, und unser Engagement für Innovation treibt uns an. Unser Ziel ist klar: Wir möchten unseren Kunden durch fundierte, disziplinierte und zukunftsorientierte Anlagestrategien zu besseren Ergebnissen verhelfen.

Fazit

Das neue Jahr bietet zahlreiche Chancen, ist jedoch auch mit Risiken verbunden. Die Märkte sind turbulent, die Liquidität ist hoch und es herrscht Optimismus. Dennoch kann das Vertrauen schnell schwinden. Überraschende Inflationsentwicklungen, geopolitische Schocks oder Spannungen am Kreditmarkt könnten die Anlagebedingungen rasch verändern. Um die Chancen und Risiken des Jahres 2026 zu meistern, ist ein ausgeprägtes Risikobewusstsein unerlässlich.

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