Testphase Ärzteversorgung investiert in Kryptowährungen und Blockchain

Bernd Franken von der Nordrheinischen Ärzteversorgung: „Kryptowährungen haben keinen inneren Wert, der ihre Preisbewegungen rechtfertigen würde.“

Bernd Franken von der Nordrheinischen Ärzteversorgung behät die Risiken und die Volatilität von Bitcoin und Co. im Blick: „Kryptowährungen haben keinen inneren Wert, der ihre Preisbewegungen rechtfertigen würde.“ Bildquelle: Markus Kirchgessner

Die Nordrheinische Ärzteversorgung (NAEV) weitet ihre Investitionen in Kryptowährungen aus. Nach einer zweijährigen Testphase hat die Pensionskasse für Ärzte in Nordrhein-Westfalen ihre Allokation von zunächst maximal 0,1 Prozent auf nun bis zu 0,5 Prozent des Gesamtvermögens erhöht. Das entspricht maximal 85 Millionen Euro.  In der Testphase waren demnach rund 17 Millionen Euro investiert. Das britische Fachmagazin Investment & Pensions Europe (IPE) berichtete darüber bereits im Dezember.

Während der Tests verfolgten die Verantwortlichen der NAEV zwei parallele Strategien: Die erste bestand aus einem kapitalgewichteten Korb der zehn größten Kryptowährungen, also Bitcoin und weitere. „Die zweite Strategie ist eher ein Nischen-Aktienfonds, der etwa 80 Prozent in Krypto- und Blockchain-Unternehmen und bis zu 25 Prozent in Kryptowährungen investiert", erläutert Bernd Franken, Investmentchef der NAEV.

Blockchain-Unternehmen im Blick  

Die über Exchange-traded products (ETPs) getätigten Investitionen verzeichneten trotz extremer Volatilität eine Performance zwischen 100 und 300 Prozent. Dennoch entschied sich die Pensionskasse, die erste Strategie vollständig zu veräußern. „Am Ende des Testzeitraums haben wir die erste Strategie vollständig veräußert, da wir sie ähnlich wie Gold als reine Preisspekulation betrachteten. Kryptowährungen haben keinen inneren Wert, der ihre Preisbewegungen rechtfertigen würde", erklärt Franken gegenüber IPE.

 

Keine strategische Bedeutung für das Portfolio 

An der zweiten Strategie mit Fokus auf Blockchain-Unternehmen hält die NAEV hingegen fest. Die Pensionskasse ist überzeugt, dass die positive Performance eine solide Grundlage für die weitere Preisentwicklung darstellt. Das investierte Volumen liegt weiterhin unter 0,5 Prozent des Gesamtvermögens. Krypto- und Blockchain-Assets bleiben damit eine Satelliteninvestition ohne strategische Kernbedeutung für das Portfolio.

 

Bernd Franken ist seit 2014 Geschäftsführer für Kapitalanlagen der Nordrheinischen Ärzteversorgung (NÄV), Einrichtung der Ärztekammer Nordrhein, Körperschaft des öffentlichen Rechts, in Düsseldorf. Das verwaltete Anlagevermögen dieses Versorgungswerks hat ein Volumen von gut 15,7 Milliarden Euro. Es betreut die Pensionsgelder von gut 61.000 Ärzten und über 22.000 Leistungsempfangenden.

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