Chancen für kapitalstarke Investoren Nach Milliardenabschreibung will Adler bis zu 7.000 Wohnungen verkaufen

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Nach Milliardenabschreibung will Adler bis zu 7.000 Wohnungen verkaufen
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Adler-Konzernchef Thierry Beaudemoulin will weitere Wohnungen verkaufen

Adler-Konzernchef Thierry Beaudemoulin will weitere Wohnungen verkaufen: Das Liquiditätsmanagement hat für den Manager „oberste Priorität.“ Foto: Adler

Die Immobilienkrise setzt der seit Jahren angeschlagenen Adler Group weiter zu. In der Bilanz des ersten Halbjahrs musste das Unternehmen den Wert seines Immobilien-Portfolios um rund eine Milliarde Euro herunterschreiben. Die Folge: Adler rutscht tiefer in die roten Zahlen. Die vorgenommenen Abwertungen führten zu einer Bewertung des gesamten Portfolios von 6,4 Milliarden Euro, so Verantwortliche der Gruppe. Zum Jahresende 2022 hatte der Wert noch 7,4 Milliarden Euro betragen. 

Betrachtet man den aus vermieteten Immobilien bestehenden Teil des Portfolios separat, fiel der Wertverlust mit einem Rückgang von im Vorjahr 5,2 auf nun 4,8 Milliarden Euro weniger schwer ins Gewicht. Den Ausblick für 2023 bestätigte der Vorstand und erwartet weiter Nettomieterträge in der Größenordnung von 207 Millionen bis 219 Millionen Euro. Zum Ende des Halbjahres verfügte die Adler Group nach eigenen Angaben noch über liquide Mittel in einer Höhe von 231 Millionen Euro.

 

Die Gruppe verfügt nach eigenen Angaben noch über knapp 26.000 Wohnungen und will sich im Rahmen ihres Umbaus künftig vor allem auf Immobilien in Berlin konzentrieren. Von den durch Adler derzeit 25.000 vermieteten Wohnungen befinden sich 18.000 in der Bundeshauptstadt. Hier sitzt auch die operative deutsche Tochtergesellschaft Adler Real Estate. Adler will weitere Wohnungen verkaufen. Das falle momentan aber schwer. Die Transaktionsmärkte seien „nach wie vor ausgetrocknet“, so Konzernchef Thierry Beaudemoulin, der betont, dass das Liquiditätsmanagement „oberste Priorität hat“.

Die Adler Group schrieb zuletzt einen Jahresverlust von rund 1,7 Milliarden Euro. Wirtschaftsprüfer der KPMG hatten unter anderem für den Jahresabschluss 2021 das Testat verweigert.  Auch eine Bestellung durch das Amtsgericht Charlottenburg für die Bücher des Jahres 2022 lehnte KPMG ab. Sämtliche anderen großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hatten das Mandat ebenfalls abgelehnt. Rödl & Partner erklärte sich mittlerweile bereit, zumindest die Bilanzen der deutschen Tochter Adler Real Estate zu prüfen. Unlängst durchsuchten Ermittler Büros der Tochter wegen des Verdachts der Falschbilanzierung, Marktmanipulation und Untreue.

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