Absolute Return Wenn Derivate zum Zankapfel werden

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Ebenfalls ausschließlich auf Einzeltitel setzen die Manager des DNB TMT Absolute Return (LU0547714526) und DNB Eco Absolute Return (LU0547714286). Wobei Letzterer auf Sicht von fünf Jahren im Minus liegt. Das Risikobudget sei recht hoch, sagt Mike Judith, internationaler Vertriebschef von DNB Asset Management, und räumt ein: „Andererseits haben sich einige Positionen als wenig vorteilhaft herausgestellt, wie zum Beispiel unsere Long-Positionen bei Autozulieferern und -ausrüstern oder Short-Positionen in einem gut performenden Halbleitersegment – Stichwort Energieeffizienz –, das seinen Höhenflug trotz mäßiger Quartalsberichte und hoher Bewertungen vorläufig fortsetzen kann.“ Viel besser schlägt sich indes der TMT-Fonds, der über fünf Jahre unter sehr geringen Schwankungen fast 15 Prozent einbrachte. Ziel erreicht.

Vorbild für beide Fonds ist jeweils ein normaler Aktienfonds, der DNB Renewable Energy (LU0302296149) und der DNB Technology (LU1047850778). Der eine ist auf erneuerbare Energien spezialisiert, der andere auf Technologie-Unternehmen. Zwei Gebiete, in denen man bei DNB schon einige Erfahrung hat. Interessanterweise schneidet der Renewable Energy in der reinen Long-Variante gut ab. Über fünf Jahre liegt er mit plus 28,1 Prozent knapp vor seiner Vergleichsgruppe in der Morningstar-Datenbank (plus 26,5 Prozent).

Für die Absolute-Return-Varianten packen die Managements zum normalen Aktienportfolio ein Short-Portfolio. „Alle Investments müssen unsere ESG-Prüfung überstehen. Wir investieren somit nur innerhalb unseres festgelegten Themenuniversums, auch wenn sich außerhalb nicht-nachhaltige Alternativen bieten. Wir bleiben schlichtweg bei unseren Leisten“, sagt Vertriebsmann Judith. Dabei ordnen die Manager nicht nach dem Pair-Trade-Prinzip jeder Long-Position genau einen Short zu. Stattdessen bauen sie beide Bücher getrennt auf und betrachten anschließend das Gesamtbild.

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Zu jung für die Tabelle und ein Ökosiegel ist hingegen ein Fonds von BNY Mellon, der mit Absolute-Return-Anspruch, aber ganz ohne Aktien daherkommt. Der im Februar 2019 aufgelegte BNY Mellon Sustainable Global Dynamic Bond (IE00BFZMHL52) besteht aus Staats- und Unternehmensanleihen und aus Industrie- und Schwellenländern, deren Emittenten Nachhaltigkeitsthemen angehen. Und Derivate? „Die nutzen wir, um Zinsrisiken im Griff zu behalten. Speziell sind es Futures auf Staatsanleihen und Optionen auf die Futures“, erklärt Fondsmanager Paul Brain, der zugleich die Anleiheabteilung bei der verantwortlichen BNY-Mellon-Tochter Newton leitet. Hier geht also Sicherheit vor Nachhaltigkeit.

Sechs Fonds, fünf Wege, mit Derivaten umzugehen. Und das ist auch gut so. Denn wie beim Nachhaltigkeitsansatz selbst ermöglicht dies den Anlegern, sich den passenden Ansatz herauszusuchen. Denn am Ende ist nichts langweiliger als Einheitsbrei.

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