Absicherung von Aktienmarktrisiken Long-Short – der bessere Mischfonds

Das Anlegerinteresse an Mischfonds reißt nicht ab. Für die ersten sieben Monate dieses Jahres meldet des Fondsverband BVI Nettomittelzuflüsse von knapp 27 Milliarden Euro in die Fondskategorie. Grundlage von Mischfonds ist die Kombination von Anlageklassen, die theoretisch gering korrelieren. Wenn Aktien nicht laufen, sollen Anleihen oder andere Anlageklassen Performance liefern und den Aktienverlusten entgegenwirken.

„In der letzten Zeit sind die Anlageklassen jedoch meist in die gleiche Richtung gelaufen“, kritisiert Loys-Fondsmanager Ufuk Boydak. „Wenn die Zinsen gefallen sind, sind die Aktien und die Anleihen gestiegen. Sind die Zinsen gestiegen, sind beide gefallen.“

Niedrige Zinsen decken nicht einmal Kosten der Mischfonds

In den vergangenen Jahren haben die vor allem sinkenden Zinsen sowohl Aktien als auch Anleihen begünstigt und so die Performance der Mischfonds beflügelt. „Ein solches Szenario ist heute nicht mehr möglich, da die Zinsen mittlerweile extrem niedrig sind und keinen Spielraum mehr nach unten haben“, meint Boydak. Viele Mischfondsmanager greifen daher auf andere Anleihesegmente zurück, holen sich so aber auch andere Risiken ins Portfolio.

Der Loys-Manager steht daher Mischfonds durchaus skeptisch gegenüber. Hinzu komme, dass Anleihen bester Bonität nicht einmal mehr genügend Rendite liefern, um die Kosten eines Mischfonds zu decken. Boydak: „Über die Zeit könnte es ein böses Erwachen für Mischfonds geben.“

Absehbare Absicherung ohne Zinsänderungsrisiko

Als gute Alternative zu Mischfonds sieht er ein Aktienportfolio kombiniert mit einer teilweisen Absicherung des Aktienmarktrisikos über Short-Positionen, wie es der Loys Global L/S bietet. Bei dem Fonds ist das Marktrisiko für das Portfolio aus Qualitätsaktien über den Verkauf von Futures auf Aktienindizes teilweise abgesichert. „Wir halten die Absicherung von Aktien mit Aktien für strukturell besser und absehbarer als ein Hedging über andere Asset-Klassen“, so Boydak. Sollten die Zinsen steigen, hat der Loys Global L/S im Gegensatz zu Mischfonds auch kein Zinsänderungsrisiko und muss sich nicht mit fallenden Anleihekursen herumschlagen.

Zu Aktien gibt es zurzeit keine Alternative

Auch wenn er in seinem Long-Short-Fonds das Aktienmarktrisiko weitgehend heraus hedged, so ist Boydak ein Verfechter der Aktienanlage: „Langfristig werden Aktienmärkte immer steigen. Sie haben in der Vergangenheit 6 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr geliefert, und wir sehen keinen Grund, warum das künftig anders sein sollte.“ Seine Argumentation: Unternehmen arbeiten daran, wertvoller zu werden und können sich dazu an wechselnde Marktgegebenheiten anpassen, neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln.

Boydak ist sich dabei bewusst, dass der langfristige Anstieg wie in der Vergangenheit auch künftig unter mehr oder weniger starken Schwankungen erfolgt. „Volatilität ist für uns eine Quelle der Chancen. Übertreibungen nach unten nutzen wir für günstige Zukäufe“, so Boydak.

Auch aktuell ist er recht positiv gestimmt: „Wir hatten zwar bereits einige fette Jahre am Aktienmarkt, getrieben vor allem durch die Notenbankpolitik. Allerdings gibt es immer noch keine Alternative zu Aktien. Wie sollen die großen institutionellen Investoren ihre Verpflichtungen und Renditeversprechen erfüllen?“ Jeden Tag werden Bonds fällig, doch für die frei werdenden Gelder sind keine rentierenden Anlagen mehr im Rentenmarkt zu finden. Und mit jedem Tag wachse daher der Anlagedruck.