Abschied von Schweiz-Chef Peter Hinder Deutsche Bank erweitert Zuständigkeiten von Claudio de Sanctis

Peter Hinder (v.l.n.r.), Claudio de Sanctis und Christoph Grießer.  | © Deutsche Bank

Peter Hinder (v.l.n.r.), Claudio de Sanctis und Christoph Grießer. Foto: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat Claudio de Sanctis zum neuen Länderchef Schweiz berufen. Er folgt auf den bisherigen Schweiz-Chef Peter Hinder, der das Institut verlässt. De Sanctis' Ernennung fällt zusammen mit seinem ersten Tag als neuer Europachef für das Geschäft mit Vermögenskunden (Wealth Management). Hinder, der die Geschäfte bis Ende Januar an de Sanctis übergeben wird, war seit 2015 bei der Deutschen Bank und neben seiner Rolle als Länderchef Schweiz zuletzt auch Leiter des Private Banking in der EMEA-Region.

De Sanctis kommt von der Credit Suisse, für die er in den vergangenen fünf Jahren für das Private Banking in Europa verantwortlich war. Als Reaktion auf einen Neuzuschnitt seines Ressorts hatte er der Schweizer Bank den Rücken gekehrt. Davor war er sieben Jahre lang im Wealth Management der UBS Europe beschäftigt, zuletzt als Regionalchef für Spanien, Portugal und Nordeuropa. Weitere Stationen seiner Karriere waren die Barclays Bank und Merill Lynch.

Die Personalien sind Teil einer regionalen Reorganisation des Deutsche Bank Wealth Management. Ziel ist, das Wachstum der Sparte zu beschleunigen. De Sanctis ist von Zürich aus tätig und berichtet an Fabrizio Campelli, den Leiter des Deutsche Bank Wealth Management. Seine Berufung hat auch Auswirkungen auf die Berichtslinien der Co-Leiter des Deutsche Bank Wealth Management in Deutschland, Anke Sahlén und Daniel Kalczynski. Sie berichten künftig an de Sanctis, statt wie bisher direkt an Campelli.

De Sanctis Berufung soll den Angaben eines Sprechers zufolge die neue Marktstruktur des Vermögensverwaltungsgeschäfts widerspiegeln: Die bisherigen vier Regionen „Asia Pacific“ (APAC), „Europe, Middle East & Africa“ (EMEA), „Deutschland“ und „Americas“ wurden auf drei reduziert. Dabei wird der MEA-Teil des ehemaligen EMEA zusammen mit APAC neu den Markt „Emerging Markets“ bilden. Das erste „E“ von EMEA, Europa, wird künftig eine eigene Region darstellen und den Heimmarkt Deutschland mitbeinhalten. Bei „Americas“ verändert sich nichts.

Neben Deutschland und der Schweiz ist auch Österreich von dem Umbau betroffen: Dort verantwortet seit 1. Oktober Christoph Grießer als Länderchef die Geschäfte. Er folgt auf Rainer Polster, der die Deutsche Bank nach 22 Jahren verlassen hat und mittlerweile als Generalbevollmächtigter der Oldenburgischen Landesbank tätig ist.

Grießer ist ein echtes Eigengewächs der Bank. Der 46-Jährige ist seit 1992 an Bord. Nach einer Trainee-Ausbildung hatte er verschiedene Funktionen inne, vorwiegend in der Unternehmens- und Investmentbank. Er leitete zuletzt von Augsburg aus das Marktgebiet Bayern-Südwest für die Privat- und Firmenkundenbank und verantwortete die Betreuung von Kunden aus dem deutschen Mittelstand. Zudem war er bereichsübergreifender Sprecher der lokalen Geschäftsleitung.