Irritationen um angebliches Dementi ABN Amro plant laut Medienbericht die nächste Übernahme

Hans Hanegraaf, Vorsitzender der Bethmann Bank und Sprecher der Geschäftsleitung ABN Amro Deutschland: Wird er bald die nächste Übernahme verkünden?

Hans Hanegraaf, Vorsitzender der Bethmann Bank und Sprecher der Geschäftsleitung ABN Amro Deutschland: Wird er bald die nächste Übernahme verkünden? Foto: ABN Amro

Diese Spekulationen sorgen für mächtig Wirbel. Wie die „Börsen-Zeitung“ am Freitag berichtete, arbeitet die ABN Amro an der nächsten Übernahme auf dem deutschen Markt. Demnach stehe die niederländische Bankengruppe kurz vor dem Kauf des deutschen Private-Banking-Geschäfts der HSBC, das ehemals als HSBC Trinkaus & Burkhardt firmierte. Die Transaktion könne sogar in den nächsten zwei bis drei Wochen bekannt gegeben werden, hieß es.

HSBC „prüft strategischen Optionen für Private Banking in Deutschland“

Laut dem „Handelsblatt“ dementierte eine Sprecherin der Bethmann Bank, Teil der deutschen Niederlassung der ABN Amro, die Pläne jedoch wenige Stunden später. „ABN Amro hat keine Absicht, das Wealth Management-Portfolio von HSBC zu akquirieren“, zitierte das Medium die Sprecherin. Die Bank konzentriere sich „voll und ganz“ auf die Übernahme von Hauck Aufhäuser Lampe, die bis zum ersten Quartal 2025 abgeschlossen werden soll.

Die Bethmann Bank will ein entsprechendes Dementi jedoch nicht bestätigen. Die ABN Amro und Bethmann Bank würden grundsätzlich keine Marktgerüchte kommentieren, teilt eine Sprecherin dem private banking magazin mit. Und auch die HSBC hält sich bedeckt:  „Wir prüfen weiterhin die strategischen Optionen für unser Private Banking in Deutschland“, schreibt die Bank auf Anfrage. „Es ist aber noch keinerlei Entscheidung getroffen worden. Daher wäre es auch unangebracht, die Berichte zu kommentieren.“

HSBC für Verkauf offen – ABN Amro schließt Zukäufe nicht aus

Dass die HSBC grundsätzlich offen für den Verkauf mehrerer deutscher Geschäftsfelder ist, ist ein offenes Geheimnis. Im April berichtete „Bloomberg“, dass die HSBC konkret die Veräußerung des deutschen Private Banking, der Verwahrstelle und der Kapitalverwaltungsgesellschaft prüft. Im Private Banking beschäftigt die HSBC in Deutschland nach Informationen dieser Redaktion etwa 100 Mitarbeitende, das Geschäft wuchs in den vergangenen Jahren. Nachdem Rudolf Apenbrink 2023 das Institut verlassen hatte, übernahm Axel Hoffmanns die Leitung des Private Banking. Im vergangenen Jahr war die ehemalige HSBC Trinkaus & Burkhardt vollständig auf die europäische Plattform der HSBC übergegangen.

 

Erst vor wenigen Wochen hatte die ABN Amro mit der Übernahme der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe für Aufsehen gesorgt. Das Geschäft der HAL soll auf die Bethmann Bank übergehen. Damit entsteht ein neues Schwergewicht im Private Banking und Wealth Management. Zugleich hatten die Verantwortlichen nicht ausgeschlossen, dass es mittelfristig zu weiteren Übernahmen kommen könne.


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Links im Bild befindet sich der markante Wolkenkratzer Trianon, die Zentrale der Dekabank, aus dem das Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe 2024 auszieht. Doch welche Privatbank hat auf der anderen Straßenseite im Frankfurter Westend ihren Sitz? 

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