Ab 500.000 Euro V-Bank führt Negativzinsen für Vermögensverwalter-Kunden ein

Jens Hagemann, Vorstand der V-Bank

Jens Hagemann, Vorstand der V-Bank

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Die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee machte den Anfang, nun folgt auch die V-Bank ihrem Beispiel: Die Vermögensverwalter-Bank führt ab Oktober Negativzinsen auf Cash-Bestände der Vermögensverwalter-Kunden ein. Das teilte die Bank ihren Geschäftspartnern mit (das Schreiben liegt der Redaktion vom private banking magazin vor). Wie auch bei der Raiffeisenbank Gmund sind sowohl private als auch institutionelle Kunden von der Strafabgabe betroffen.

Kosten der Liquiditätshaltung drücken Ergebnis

Wer mehr als 500.000 Euro an Liquidität in seinem V-Bank-Depot hält, muss ab dem 1. Oktober 0,4 Prozent Gebühr entrichten. Für Anlagen in Schweizer Franken gibt es diese Strafgebühr bereits: Vermögensverwalter-Kunden, die mehr als 10.000 Franken in bar halten, zahlen bereits seit dem 1. Juni 2015 eine Gebühr von 0,75 Prozent, die dem Referenzzinssatz der Schweizer Nationalbank entspricht.

„Bislang haben wir die Kosten für die Liquiditätshaltung in Euro zu Lasten unserer Zinsmarge getragen“, schreibt die V-Bank. Mittlerweile könne man aufgrund der geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken nicht einmal mehr kurzfristige Gelder am Kapitalmarkt parken, ohne selbst Negativrenditen in Kauf nehmen zu müssen. „Damit schlagen die Kosten der Liquiditätshaltung unmittelbar und signifikant auf unser Ergebnis durch.“

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Nur ein Prozent der Kunden betroffen

In ihrem Schreiben an die Vermögensverwalter verweist die V-Bank auf den bayerischen Mitbewerber, der diesen Schritt bereits Mitte April gegangen ist. Ähnlich wie die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee vermeidet die Bank das Wort Strafzinsen und spricht von einer Wertaufbewahrungsgebühr. Allerdings hatte die bayerische Raiffeisenbank ihre Freigrenze niedriger angesetzt: Dort sind Strafzinsen bereits ab einem Vermögen von 100.000 Euro fällig.

Da die Freigrenze so hoch liege, seien nur die wenigsten V-Bank-Konten von der Gebühr betroffen, erklärt eine V-Bank-Sprecherin. Den Anteil der betroffenen Kunden beziffert die Sprecherin auf weniger als ein Prozent.