500-Prozent-Rally Biotech-Anleger bekommen kalte Füße

Die Nachfrage nach Optionen zur Absicherung gegen einen Kursrutsch auf einen börsengehandelten Fonds (ETF) auf Biotechnologie-Aktien im Vergleich zu Optionen auf steigende Kurse ist so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Der Nasdaq Biotechnology Index ist seit März 2009 um 549 Prozent nach oben geklettert und allein in der vergangenen Woche gab es ein Plus von 3,8 Prozent.

Das Interesse an den Optionen zur Absicherung gegen Verluste hatte bereits im vergangenen Jahr deutlich zugenommen, nachdem die Vorsitzende der US-Notenbank Janet Yellen bei zwei Gelegenheiten gewarnt hatte, der Sektor sei überbewertet.

Die Biotechs und Pharmaunternehmen platzieren Aktien in einem Tempo, das es seit einem Jahrzehnt nicht mehr gab. Im ersten Quartal beschafften die Firmen über 93 Zweitplatzierungen 18,7 Milliarden Dollar - dreimal mehr als 2014 - zeigen Daten von Bloomberg.

Sorge vor dem Geldstrom-Ende

Eine der Sorgen ist, dass der Geldstrom abreißen könnte. „Der Sektor ist von Kapital abhängig und das könnte beim ersten Anzeichen von Schwäche wegbleiben“, schrieben die Derivate- Strategen Katherine Fogertey und John Marshall von Goldman Sachs Group in einer Einschätzung für Kunden. „Die jüngsten Rückschläge bei der Medikamenten-Pipeline haben die Besorgnis in dieser Richtung verstärkt.“

Die Aktien im Nasdaq Biotech Index werden Bloomberg-Daten zufolge zum 53-fachen der von Analysten erwarteten Unternehmensgewinne gehandelt. Die entsprechende Bewertung im Standard & Poor’s 500 Index liegt hingegen beim 18-fachen.

„Biotech-Aktien werden seit geraumer Zeit von einen spekulativen Schub getrieben“, sagte Todd Lowenstein, Vermögensverwalter bei HighMark Capital Management in Los Angeles. „Unter allen Marktsegmenten weist dieses zweifellos die meisten Merkmale einer Blase auf.“

Verluste innerhalb eines Monats wettgemacht

Der Nasdaq Biotech Index verzeichnete im vergangenen Jahr mehr als fünf Rücksetzer von mehr als 6,6 Prozent. Doch konnte der Verlust jedes Mal innerhalb rund eines Monats wieder wettgemacht werden.

Optionen zur Absicherung gegen einen Rutsch von zehn Prozent im iShares Nasdaq Biotechnology ETF kosteten am 10. Juni 9,8 Punkte mehr als Kontrakte auf einen Anstieg von zehn Prozent. Das geht aus Drei-Monats-Daten von Bloomberg hervor. Das ist die größte Differenz seit August 2012 und liegt über dem 7-Punkte-Durchschnitt seit Anfang 2013.

Laut Daten von Markit Ltd. liegt das Short Interest im ETF - die Wetten auf fallende Kurse - bei sechs Prozent der ausgegebenen Aktien. Das übersteigt den Dreijahres-Durchschnitt von fünf Prozent.