Geschäftsumbau Allianz Global Investors bekennt sich zu mehr Nachhaltigkeit

Polens Hauptstadt Warschau im Smog

Polens Hauptstadt Warschau im Smog: Allianz GI trat jetzt einer Initiative bei, die ihren Teil dazu beitragen will, dass solche Bilder bald der Vergangenheit angehören. Foto: Imago Images / Eastnews

Allianz Global Investors stellt den Nachhaltigkeitsbereich neu auf, der seit Ende 2020 von Matt Christensen geleitet wird. Dazu werden drei Bereiche geschaffen. Die Abteilung für nachaltiges Investment wird von Nina Hodzic geleitet, die seit 2019 Direktorin für ESG Integration und Lösungen ist. Das Team sitzt in Frankfurt und ist für die Gestaltung der gesamten nachhaltigen Anlagestrategie und -politik, die nachhaltige Produktstrategie und die Koordinierung funktionsübergreifender Nachhaltigkeitsthemen innerhalb des Unternehmens verantwortlich.

Der Bereich Nachhaltigkeitsforschung und Produktverantwortung unter Leitung von Mark Wade ist zuständig für die thematische Nachhaltigkeits-Forschung und die Engagement-Aktivitäten. In diesem Bereich bleibt Isabel Reuss zuständig für das Nachhaltigkeits-Forschungs-Team. Zusammen mit Antje Stobbe wird sie den den neuen Ansatz „Climate Engagement with Outcome“ (ergebnisorientiertes Klima-Engagement) leiten und Unternehmen beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterstützen.

Der Bereich Sustainability Methodologies & Analytics (grundsätzliche Methoden und Analysen) unterstützt die Aktivitäten mit dem Einsatz moderner Analyse-Werkzeuge wie etwa künstlicher Intelligenz, entwickelt Methoden über Anlageklassen hinweg und erarbeitet kundenorientierte Lösungen. Das Team wird auch die ESG-Integrationsbemühungen von Allianz GI und die ESG-Scoring-Methode beaufsichtigen und die Datenbasis für die Klimastrategie der Firma entwickeln. Leiter dieses Bereichs wird Thomas Roulland, der zusammen mit ESG-Analyst Julien Bertrand von Axa Investment Management zu Allianz GI kommt.

Neben der Neuaufstellung des Nachhaltigkeitsbereichs tritt Allianz GI auch mit 42 weiteren internationalen Asset Managern der „Net Zero Asset Managers Initiative“ bei. Sie repräsentieren ein verwaltetes Vermögen von 23 Billionen Dollar. Mit dem Beitritt verpflichten sie sich, mit ihren Anlagestrategien dazu beizutragen, die Erderwärmung auf höchstens 1,5 Grad zu begrenzen.

Mit Kunden werden dafür unter anderem Dekarbonisierungsziele vereinbart, die dabei helfen sollen, bis zum Jahr 2050 über alle verwalteten Vermögenswerte hinweg Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Zu den 43 Asset Managern, die sich dazu verpflichteten, gehören neben Allianz GI auch Blackrock und Vanguard. Tobias Pross, Geschäftsführer von Allianz GI dazu: „Die Bekämpfung des Klimawandels ist eine der drängendsten Herausforderungen unseres Planeten, und wir unterstützen die Ansicht, dass Vermögensverwalter eine aktivere Rolle hierbei übernehmen sollten.“ Auch verpflichten alle Unterzeichner sich, ein Zwischenziel festzulegen, das mindestens alle fünf Jahre überprüft wird. Dazu wird der Anteil des verwalteten Vermögens schrittweise erhöht, bis das komplette Vermögen einbezogen ist.

Seitdem die Initiative im Dezember 2020, fünf Jahre nach den Beschlüssen zum Pariser Klimaabkommens, gestartet ist, haben bislang 73 globale Vermögens­verwalter, die ein verwaltetes Vermögen von 32 Billionen Dollar vereinen, die „Net Zero Asset Manager Initiative“ un­ter­zeichnet, so die Initiatoren. Das entspricht 36 Prozent des gesamten weltweit verwalteten Vermögens.