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Partnerlounge Greiff & Hansainvest 40 Warren Buffetts

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Gunter Burgbacher ist Managing Director der VVO Haberger und Senior-Portfoliomanager bei Greiff Capital Management.

Gunter Burgbacher, Portfoliomanager des Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen, über die Vorteile von Beteiligungsgesellschaften und seine Strategie

private banking magazin: Worin sehen Sie die Vorteile von Investments in Beteiligungsgesellschaften im Vergleich zu klassischen Aktieninvestments?
Gunter Burgbacher: Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen Aktieninvestments und Investments in börsennotierten Beteiligungsunternehmen. Wenn man in Aktien von Beteiligungsgesellschaften, Holdings und Mischkonzernen investiert, hat man es mit Unternehmen zu tun, die teils seit Jahrzehnten über ein großes Insiderwissen verfügen, das sie beispielsweise nutzen können, um unterbewertete Unternehmen zu identifizieren und unter Wert zu kaufen, um später beispielsweise im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie aktiv die Entwicklung der Potenziale voranzutreiben. Sie verfolgen also im Gegensatz zu Aktieninvestoren einen unternehmerischen Ansatz und sind an einer aktiven Beteiligung interessiert. Die Ertragsmöglichkeiten sind vielfältig und nicht nur auf Kursgewinne und Dividenden beschränkt – und es zeigt sich immer wieder, dass Beteiligungsgesellschaften Krisen schneller überwinden. Hinzu kommt die sehr breite Diversifizierung über Regionen und Firmen.

Stichwort Diversifizierung: An wie vielen Unternehmen sind Anleger des Fonds mit seinen 25 bis 40 Engagements unterm Strich beteiligt?
Burgbacher: Aktuell fühle ich mich mit 40 Aktien wohl. Zerlege ich diese in die Investmentbeteiligungen und Akquisitionen, komme ich auf über 5.000 Firmen. Das hat maßgeblich mit Softbank zu tun, denn das größte Beteiligungsunternehmen im Technologiesegment ist allein an rund 1.000 Firmen beteiligt. Ich bin mit dem Fonds aber auch in Unternehmen investiert, die mindestens fünf und weniger als zehn Beteiligungen halten.

Buy-and-Build-Strategien nehmen derzeit die tragende Rolle im Fonds ein. Welche Unternehmen halten Sie derzeit im Portfolio, die sich auf diese Strategie fokussieren?
Burgbacher:
Diese Strategie wird häufig von spezialisierten Beteiligungsunternehmen verfolgt, und ich schätze den Ansatz, sich gezielt an Unternehmen zu beteiligen, um sie weiterzuentwickeln und in den Konzern zu integrieren. Ein gutes Beispiel für diese Strategie in Reinkultur ist etwa Thermo Fisher aus den USA, aber auch Paypal gehört dazu, was überraschen mag. Das Tech-Unternehmen ist nicht nur Zahlungsdienstleister, sondern weist mit einem stabilen sowie hohen Cash Flow, 20 Akquisitionen und mehr als 60 Beteiligungen auch die typischen Merkmale börsennotierter Beteiligungsgesellschaften auf.

2020 lief der Fonds deutlich besser als Berkshire Hathaway. Was hat besonders zu dieser Outperformance beigetragen?
Burgbache
r: Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen betreibt Warren Buffett Value Investing. Dieser Anlagestil hat nicht in jeder Marktphase die Nase vorn und lief beispielsweise 2020 eher seitwärts. Hinzu kommt, dass Berkshire Hathaway mit 570 Milliarden US-Dollar ein Schwergewicht ist. Ein solches Unternehmen beteiligt sich nicht wie zum Beispiel Latour Investment aus Schweden an kleinen Firmen mit lediglich 20 Millionen Euro Marktkapitalisierung. Latour ist auch im Fonds vertreten und verfolgt ebenfalls eine eher Value-orientierte Strategie, agiert aber spezialisierter – etwa über Investments im Bereich Smart Cities. Das zahlte sich 2020 ebenso aus wie unser Fokus auf spezialisierte Beteiligungsunternehmen aus den Bereichen Technologie und Gesundheit.

Und wie steht es um Private Equity im Fonds – wo sehen Sie in diesem Segment derzeit Chancen?
Burgbache
r: Private Equity ist eng mit Illiquidität verbunden, weshalb ich diese Strategie generell auf 20 Prozent begrenze. Aktuell macht Private Equity lediglich 5 Prozent der Portfolios aus, und ich spiele das Thema eher über Tochtergesellschaften von Beteiligungsunternehmen. Eine davon ist zum Beispiel die Alphabet Holding, deren Private-Equity-Tochter Capital Google über 80 Investments getätigt hat.

Sie achten auch auf ESG-Aspekte. Wie prüfen Sie die Nachhaltigkeit der einzelnen Beteiligungen?
Burgbacher:
Wir analysieren unter anderem anhand der ESG- und CSR-Reports der Beteiligungsunternehmen, inwieweit diese die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umsetzen. Flankiert wird die Analyse durch Ratings namhafter Anbieter. Auf Beteiligungsebene der Unternehmen ist es ungleich schwerer, eine Analyse durchzuführen. Hier arbeiten wir derzeit an einem Investmentprozess.

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