Der private banking kongress hat erneut in Köln Station gemacht. Die Veranstalter von rehblau events luden zur 38. Auflage der Branchenveranstaltung in die historische Zollhalle am Rhein ein, wo das Deutsche Sport & Olympia Museum beheimatet ist. Dort sind Entscheider aus dem Private Wealth Management, der institutionellen Kapitalanlage und dem Stiftungsmanagement zusammengekommen.
Drei Keynote-Speaker zu Wirtschaft, Geopolitik und Digitalisierung
Die Eröffnungs-Keynote hielt Nena Brockhaus. Die Wirtschaftsjournalistin und Bestsellerautorin zeichnete ein kritisches Bild der wirtschaftlichen Lage. Laut einer Forsa-Umfrage sehen 49 Prozent der Deutschen die ökonomische Situation als größtes Problem. Brockhaus kritisierte: Deutschland leide unter einer Selbstblockade durch Genehmigungswahnsinn. Es gebe viele Stellen im Land, an denen gespart werden könnte.
Nach dem Mittagessen ordnete Geopolitik-Experte Klemens Fischer die globalen Kapitalströme ein. Die zentrale These des Professors für Internationale Beziehungen: Der Einfluss von Donald Trump auf die Kapitalmärkte werde überschätzt. Nordamerika bleibe eine sichere Bank – unabhängig von der Regierung. Bei Schwellenländern mahnte Fischer zur Vorsicht: Die relative Instabilität südamerikanischer Märkte durch innenpolitische Unsicherheiten müsse eingepreist werden.
Die Closing Keynote hielt Alexander Mrozek. Er brachte zwei Perspektiven zusammen: Familienunternehmen und Start-ups. Tradition und Skalierung. Erfahrung und Geschwindigkeit. Sein Impuls war deutlich: Künstliche Intelligenz sei kein weiteres Werkzeug – sie sei eine Abrissbirne für alte Organisationsstrukturen. Dennoch bleibe eines zentral: In einem Meer aus künstlicher Intelligenz werde menschliche Intelligenz boomen.
Neue Formate: Investment Dialog und Investoren Panel
Zudem gab es in Köln auch zwei neue Formate. Im Investment Dialog diskutierten die Chefredakteure vom private banking magazin und DAS INVESTMENT, Malte Dreher und Christoph Fröhlich, mit Alessandro Tentori, Philip Meier, Kevin Dunzel und Philipp Prömm über „Rendite unter Restriktionen“ – und tragfähige Perspektiven für die Kapitalanlage 2026.
Am Nachmittag richtete das Investoren Panel den Blick auf professionelle Mandate und neue Rollen zwischen Banken und Family Offices. Im Gespräch mit Martin Drathen, Heidi Abraham, Sascha Häusler und Nicki Lange wurde deutlich: Vertrauen entsteht zwischen Menschen – und kann auch nur dort verloren gehen.
Round-Tables und Break-Out-Sessions zu aktuellen Investmentthemen
Zwischen den Keynotes konnten die Teilnehmer an Round-Tables und Break-Out-Sessions teilnehmen. Die Themen reichen von Schwellenländern über aktive ETFs bis hin zu Rentenmarktstrategien. Zu den Partnern gehören Aberdeen Investments, Aquis Capital, Avantis Investors by American Century Investments, BNP Paribas Asset Management, Capital Group, GAM, MFS Investment Management, Natixis Investment Managers, Plenisfer Investments part of Generali Investments, Royal London Asset Management, Shareholder Value Management, Blackrock und Xtrackers by DWS.
Das bewährte Format setzt auf Interaktion: Die Teilnehmer können im Vorfeld auswählen, welche Round-Tables sie besuchen möchten. Zwischen den Programmpunkten bleibt Zeit für den persönlichen Austausch und Netzwerkaufbau. Der Kongresstag bietet damit eine Plattform für fachlichen Input und geschäftliche Kontakte in der Vermögensverwaltungsbranche.