Die Volksbank Albstadt, die Volksbank Hohenzollern-Balingen und die VR Bank Heuberg-Winterlingen wollen sich zur Volksbank Zollernalb zusammenschließen. Das gaben die Institute in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt.
Über den möglichen Zusammenschluss hätten sich Vorstände und Aufsichtsräte beraten. Die Aufsichtsräte der drei Volksbanken haben die Vorstände demnach beauftragt, die Fusion konkret zu prüfen und transparent einzuleiten.
Ende Mai und Anfang Juni stimmten alle drei Vertreterversammlungen mit Mehrheiten von 98,8 bis 100 Prozent für die Fusion. Der Zusammenschluss soll rückwirkend zum 1. Januar gelten. Im September wird die Volksbank Zollernalb ins Genossenschaftsregister eingetragen. Die technische Verschmelzung folgt Ende September.
Gründe für den Zusammenschluss: Fachkräftemangel und Regulatorik
Die Gründe für die Fusion überraschen nicht. Fachkräftemangel, regulatorische Herausforderungen und die Eigenkapitalvorgaben der Bankenaufsicht treiben die Konsolidierungswelle der Volks- und Raiffeisenbanken laut einer Umfrage des Genoverbands deutschlandweit.
Die drei Banken ergänzen sich nach eigener Aussage zudem in der geschäftlichen Ausrichtung und Bilanzstruktur. Sie seien wirtschaftlich erfolgreich, würden über geordnete Vermögensverhältnisse verfügen und eine ausgewogene Risikopolitik verfolgen.
Geschäftszahlen der fusionierten Bank
Addiert man die aktuellen Geschäftszahlen, würde die fusionierte Volksbank Zollernalb eine Bilanzsumme von rund vier Milliarden Euro erreichen sowie ein Kundengeschäftsvolumen von sieben Milliarden Euro. 500 Mitarbeiter würden 70.000 Mitglieder und 130.000 Kunden betreuen. Betriebsbedingte Kündigungen schließen die Vorstände nach eigener Aussage aus.
Den Mitarbeitern stünden durch die Fusion Angebote zur Spezialisierung, sowie Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten offen. Die Banken wollen dem Fachkräftemangel durch „innovative Arbeitsplätze und eine moderne Unternehmenskultur einer regional verwurzelten Genossenschaftsbank“ begegnen.
Arndt Ständer wird Vorstandsvorsitzender
Vorstandsvorsitzender des fusionierten Instituts soll Arndt Ständer von der Volksbank Hohenzollern-Balingen werden. Insgesamt sollen fünf Vorstände aus den drei Banken die neue Bank leiten. Zwei bisherige Vorstandsmitglieder werden als Generalbevollmächtigte agieren. Zudem werde das Vorstandsteam „im Rahmen eines Generationenwechsels“ auf vier Personen verkleinert.
Ständer ist seit Juli 2011 im Vorstandsteam der Volksbank Hohenzollern, seit 2018 ist er Vorstandssprecher der Volksbank Hohenzollern-Balingen. Die Volksbank Hohenzollern-Balingen ging 2015 aus der Fusion der Volksbanken Hohenzollern und Balingen hervor.
Ständer wird bei der Volksbank Zollernalb die Bereiche Steuerung und Finanzen sowie den Vorstandsstab verantworten.
Robert Kling und Joachim Calmbach werden als stellvertretende Vorstandsvorsitzende für die Bereiche Privatkunden und Firmenkunden zuständig sein. Calmbach verantwortet in seiner Position unter anderem den Bereich Private Banking.
Die ordentlichen Vorstandsmitglieder Benjamin Wurm und Andreas Eckl sind für die Bereiche Produktion und Unternehmensentwicklung sowie Personal und Interne Revision zuständig.
Cornelia Rosenau und Michael Heinemann „werden als Generalbevollmächtigte zentrale Führungsverantwortung übernehmen“. Sie waren bisher Vorstandsmitglieder der VR Bank Heuberg-Winterlingen.
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der fusionierten Volksbank Zollernalb werde sich aus 24 Mitgliedern der aktuellen Kontrollgremien aller drei Banken zusammensetzen. Die paritätische Aufteilung der neuen Leitung soll die Kontinuität sichern.
Den Vorsitz wird Andreas Fandrich übernehmen. Er ist der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrats der Volksbank Albstadt. Seine Vertretung übernehmen Hans-Jörg Schwab, der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank Hohenzollern-Balingen, sowie Ludwig Maag, der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der VR Bank Heuberg-Winterlingen.
Zwei Banken der Region bleiben eigenständig
In der Region Zollernalb wird es neben der fusionierten Volksbank Zollernalb noch zwei weitere Banken geben. Die Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld und die Volksbank Onstmettingen wollen selbstständig bleiben.
Thomas Merz, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld, und Dieter Boss, Vorstandssprecher der Onstmettinger Bank, sagten gegenüber der „Schwäbische“, dass sie erstmals im Jahr 2023 angefragt wurden, ob sie ebenfalls fusionieren wollten.
Beide Institute haben sich dagegen entschieden. Die Gründe seien die höhere Selbstständigkeit, engere Kundennähe und Regionalität. Man pflege aber ein partnerschaftliches Verhältnis zur künftigen Volksbank Zollernalb.