Vermögenswerte von 29,3 Billionen 220 Finanzunternehmen fordern mehr Umweltschutz von Firmen

Wunderschön und in Gefahr

Wunderschön und in Gefahr: Unser Planet braucht Hilfe. Das sehen auch 220 Finanzunternehmen so. Foto: Imago Images / Ikon Images

220 globale Finanzinstitutionen mit Vermögenswerten von 29,3 Billionen US-Dollar fordern die einflussreichsten Unternehmen der Welt auf, sich im Vorfeld der Klimakonferenz COP26 Anfang November in Glasgow wissenschaftlich fundierte Emissionsreduktionsziele zu setzen, die mit den Szenarien einer Erderwärmung um maximal 1,5°C übereinstimmen.

Die Zahl der Investoren und Kreditgeber, die sich schriftlich an die Vorstandsvorsitzenden von Unternehmen wenden, ist gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent gestiegen. Die angesprochenen Unternehmen sind für mehr Emissionen verantwortlich als die EU und die USA zusammen. BASF, Lufthansa, Samsung, The Southern Company und Tata Steel gehören zu den Unternehmen mit hohem Schadstoffausstoß, die angesprochen wurden.

Die von der gemeinnützigen Organisation CDP koordinierte SBT-Kampagne (SBT=Sciencebased Targets) ist die weltweit größte Kampagne zur Einbindung von Investoren, die Unternehmen auffordert, wissenschaftlich fundierte Klimaziele im Rahmen der "Science Based Targets Initiative" (SBTi) festzulegen.


Die Ansprache durch Investoren zeigten bislang Wirkung. Im Anschluss an die letztjährige Kampagne schlossen sich über 154 neue Unternehmen, die für Emissionen in der Größenordnung Deutschlands stehen, der SBTi an – das entspricht 8 Prozent aller angesprochenen Unternehmen. Unternehmen mit wissenschaftlich fundierten Zielvorgaben haben ihre Emissionen in der Regel um 6,4 Prozent pro Jahr gesenkt, was deutlich über der durchschnittlichen Rate liegt, die für eine 1,5°C-Anpassung erforderlich ist. 

Die Zahl der teilnehmenden Investoren ist im Vergleich zum letzten Jahr um 60 Prozent gestiegen, wobei die Vermögenswerte, die hinter dem Aufruf stehen, um 51 Prozent zugenommen haben. Zu der Gruppe gehören einige der größten deutschen Investoren wie die Allianz SE, Union Investment, Deka Investment, aber auch Amundi, Credit Agricole, Legal & General Investment Management, Insight Investment Management und Manulife Investment Management. Sie fordern die 1600 angesprochenen Unternehmen dazu auf, Emissionsreduktionsziele im Rahmen der Science Based Targets-Initiative festzulegen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Ziele der Unternehmen von unabhängiger Seite überprüft werden. Ab Juli 2022 müssen diese Klimaziele an einem 1,5-Grad-Celsius-Pfad ausgerichtet sein, um akzeptiert zu werden.