„100.000 Leute in Frankfurt“ Sparkassen-Chef droht EZB mit Massendemo

Der Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbandes Peter Schneider: Sollte die europäische Einlagensicherung überstürzt eingeführt werden, würden die Sparkassen ihre Kunden darüber informieren und mobilisieren. | © Sparkassenverband Baden-Württemberg

Der Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbandes Peter Schneider: Sollte die europäische Einlagensicherung überstürzt eingeführt werden, würden die Sparkassen ihre Kunden darüber informieren und mobilisieren. Foto: Sparkassenverband Baden-Württemberg

Peter Schneider, Verbandspräsident der baden-württembergischen Sparkassen, geht gegen die geplante europäische Einlagensicherung auf die Barrikaden. „Die zurückgelegten Mittel für die Absicherung der Sparer in Baden-Württemberg dürfen nicht als Haftungsmasse für Banken in anderen Ländern zweckentfremdet werden“, so Schneider zum „Handelsblatt“.

„100.000 Leute vor der EZB“

Sollte die europäische Einlagensicherung überstürzt eingeführt werden, würden die Sparkassen ihre Kunden darüber informieren und mobilisieren. „Da braucht man halt mal 100.000 Leute vor der EZB in Frankfurt. Und das schaffen wir“, ist sich Schneider sicher.

Hintergrund sind Äußerungen des neuen Eurogruppen-Chefs Mario Centeno, der kürzlich eine Reformagenda zur europäischen Einlagensicherung bis zum EU-Gipfel im Juli dieses Jahres gefordert hatte. Die Sparkassen fürchten, im Rahmen der Einlagensicherung für weniger solide Banken im Ausland geradestehen zu müssen.

Risikobewertung gefordert

Ohne Bewertung der Risiken der unterschiedlichen Bankensysteme sei die Einlagensicherung mit den Sparkassen daher nicht zu machen, sagte Schneider zum „Handelsblatt“. Notfalls werde man alle politischen und öffentlichkeitswirksamen Mittel ausschöpfen. Der Anfang ist schon mal gemacht.