10 häufige Fragen zum Impact Investing So erzielen Investoren nachhaltige Wirkung

Mitarbeiter eines auf Wasseraufbereitung spezialisierten US-Konzerns beim Flashmob für einen guten Zweck: Über Impact Investing können Anleger in Firmen mit einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsmodell investieren, etwa in der Wasserwirtschaft. | © imago images / ZUMA Press

Mitarbeiter eines auf Wasseraufbereitung spezialisierten US-Konzerns beim Flashmob für einen guten Zweck: Über Impact Investing können Anleger in Firmen mit einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Geschäftsmodell investieren, etwa in der Wasserwirtschaft. Foto: imago images / ZUMA Press

Wie lässt sich Impact Investing definieren?

Laut der gängigen Definition bezeichnet Impact Investment eine Kapitalanlage, die neben finanziellen Erträgen auch eine messbare positive soziale und ökologische Wirkung erzielen soll. Häufig handelt es sich um sogenannte Private-Equity- oder Private-Debt-Investments. Ihre Wirkung lässt sich ermitteln und vergleichen, indem die entsprechenden UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung herangezogen werden.

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Investieren nach ESG-Kriterien und Impact Investing?

Beim nachhaltigen Investieren, in der Regel in börsennotierte Aktien oder Schuldinstrumente wie Anleihen, werden ökologische und soziale Faktoren sowie die Unternehmensführung (Environment, Social, Governance, kurz: ESG) bei Analyse und Portfolioaufbau berücksichtigt. Wie sich diese Anlagestrategien auf Klimawandel, Kreislaufwirtschaft oder Geschlechtergleichstellung auswirken, lässt sich anhand verschiedener Indikatoren messen. Bei Candriam nutzen wir die mit diesen Aktien verbundenen Stimmrechte, um Einfluss auf Unternehmen auszuüben und sie zu nachhaltigeren Geschäftspraktiken zu bewegen.

Eine direkte Einwirkung und Kontrolle der Firmen ist dabei jedoch nur eingeschränkt möglich. Diese Lücke sollen Impact-Investitionen mit klar messbaren ökologischen oder sozialen Zielen schließen. Wir konzentrieren uns auf eine kleine Anzahl von Fonds, die zeigen können, dass sie mit ihren Investitionen wesentlich zum Erreichen eines festgelegten Ziels beigetragen haben.

Wie wird sich der Markt für Impact Investing entwickeln?

Wir glauben, dass sich Impact Investing zur Investmentmethode der Millennials entwickeln wird, die zwischen 1981 und 1998 geboren sind. In zehn Jahren stellt diese Generation den größten Anteil an Arbeitnehmern und Führungskräften. Schätzungen zufolge erbt diese Altersgruppe bis 2025 von ihren Eltern ein Vermögen von 30 Billionen US-Dollar. Während Anleger mit ihrer Geldanlage in der Vergangenheit eher selten soziale und ökologische Ziele verfolgt haben, ist für kommende Generationen Gutes tun und Geld anlegen untrennbar verbunden.

Wie kann die Wirkung solcher Investitionen gemessen werden?

Das Ziel einer solchen Anlage muss messbar sein, das Management muss darüber Rechenschaft ablegen. Das kann etwa die Menge des eingesparten oder gereinigten Wassers in Litern, die Anzahl der neugeschaffenen Stellen oder der eröffneten Schulen sein. Diese konkreten Messwerte werden zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung in Bezug gesetzt und überwacht. Wir investieren ausschließlich in Projekte, bei denen die sozialen oder ökologischen Ziele genauso detailliert gemessen und gemeldet werden wie die Rendite.

Welche finanziellen Erträge können Anleger erwarten?

Mit Impact Investing lässt sich in Megatrends wie Wasseraufbereitung, Klimaschutz und Nahrungsmittelsicherheit investieren. Daher können Anleger gängige Markterträge erwarten. Wir sind davon überzeugt, dass Unternehmen, die Chancen und Herausforderungen bei der Nachhaltigkeit anpacken, die besten Zukunftsaussichten haben. Das gilt auch für Firmen, die zu dem Zweck gegründet wurden, soziale oder ökologische Veränderungen voranzutreiben.

Wie steht es im Vergleich zu traditionelleren Anlageklassen um das Impact Investing?

Beim Impact Investing handelt es sich um einen Wachstumsbereich, der noch am Anfang steht. Die Branche verfügt über die notwendigen Instrumente, um Ziele abzustimmen und zu messen. Jetzt gilt es, diese Bausteine richtig zu kombinieren. In der Vergangenheit zielten solche Investitionen oft auf Projekte in Schwellenländern ab wie Mikrofinanzierungen für Kleinunternehmer, denen der Zugang zum Bankensystem fehlt. Mittlerweile sind 30 Prozent der Impact-Investing-Projekte in Industrieländern ansässig. Westeuropa gehört dabei zu den wachstumsstärksten Märkten.

Aus Branchensicht machen Mikrofinanzierungen und andere Finanzdienstleistungen nach wie vor mehr als ein Drittel der Impact Investments aus. Einen starken Anstieg gibt es bei Infrastruktur-, Wasser- und Energie-Projekten. Vielversprechend sind auch Basisdienstleistungen wie Wohnraum, Gesundheitsfürsorge und Bildung.

Warum werden die meisten Impact Investments nicht öffentlich gehandelt?

Gemessen am verwalteten Vermögen besteht der größte Anteil des Anlageuniversums laut einer aktuellen Umfrage der Nonprofit-Organisation Global Impact Investing Network aus privat emittierten Anleihen oder sogenannten Green Bonds, gefolgt von Private Equity. Nur ein Drittel der Impact Investments wird demnach öffentlich gehandelt. Der Großteil davon entfällt auf Green Bonds.

Zwar bauen viele Unternehmen Geschäftsbereiche für nachhaltige Projekte auf. Meist geben diese Gesellschaften jedoch keine eigenen Aktien heraus. Einige dieser Investments können durch projektgebundene oder grüne Anleihen finanziert werden. Generell sollten Anleger genau hinschauen, wenn öffentlich gehandelte Aktien als Impact-Investments etikettiert werden.

Mit welchen Risiken müssen Anleger beim Impact Investing rechnen?

Investoren legen genau wie bei Private Equity, Risikokapital oder Sachwerten fest, das Investment bis zur Fälligkeit zu halten. Welchen Teil ihres Portfolios sie in illiquide Anlagen oder Sachwerte investieren, sollten Anleger daher gut planen.

Wichtig: Wie bei Risikokapital auch können solche Investitionen mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sein. Kann ein neu gegründetes soziales oder ökologisches Projekt die Gewinnzone erreichen? Lässt sich das Konzept auch auf andere Standorte übertragen? Diese Fragen lassen sich oft erst nach einer Weile sicher beantworten.

Eignen sich solche Investitionen zur Diversifikation?

Impact Investments bringen als Anlageklasse Diversifikation ins Portfolio, da sie in der Regel nicht mit öffentlich gehandelten Wertpapieren korrelieren. Innerhalb bestehender Fonds kann es jedoch zur Konzentration auf bestimmte Branchen kommen, da Impact-Manager häufig Fachkompetenzen in einem bestimmten sozialen oder ökologischen Bereich haben und ähnliche Ziele verfolgen.

Wie funktioniert Impact Investing in der Praxis?

Da nachhaltiges Investieren immer mehr in den Fokus rückt, steigt auch die Zahl und Vielfalt entsprechender Fonds. Impact Investing ist als Anlageklasse noch relativ jung und heterogen. Viele Startschwierigkeiten lassen sich unserer Erfahrung nach mit Dachfonds umgehen. Eine solche Struktur bietet Vorteile bei der Diversifizierung innerhalb der Anlageklasse, der Liquidität und der Veröffentlichung der Impact-Ergebnisse.