Material World Fonds für Erinnerungsstücke von Stars

Material World, Madonna | © Getty Images

Material World, Madonna Foto: Getty Images

Am Anfang war es nur ein Hobby. „Ich habe zu meinem persönlichen Vergnügen Erinnerungsstücke aus der Unterhaltungsbranche gesammelt“, sagt Chetan Trivedi. Begonnen habe er bereits in den 90er Jahren. „2005 habe ich dann mit einigen Freunden einen Investmentclub gegründet, um wertvollere Stücke kaufen zu können“, erzählt er. 2007 hätten sie dann Marquee Capital gegründet, die weltweit erste Investmentgesellschaft, die auf High-End-Memorabilien aus der Unterhaltungsbranche spezialisiert ist.

Trivedi: „Gleichzeitig haben wir den ersten Fonds aufgelegt.“ Er ist sozusagen das Pilotprojekt und läuft noch bis 2016. Rund 3 Millionen Euro sind derzeit in rund 200 Erinnerungsstücke investiert. Schwerpunkt des Portfolios sind Madonna-Memorabilien. Trivedi: „Rund 80 Prozent der Sammlung sind ihr gewidmet.“ Im Portfolio ist unter anderem das Kleid, das sie 1985 im Video zu „Material Girl“ getragen hat und das Bustier aus dem Video zu „Open your Heart“ (1986).

Was die Queen of Pop so attraktiv macht? „Laut Guinnessbuch der Rekorde ist Madonna die erfolgreichste weibliche Künstlerin aller Zeiten“, so Trivedi. Die Nachfrage nach Andenken übersteige deutlich das Angebot. „Originale Erinnerungsstücke sind rar. Vorallem, seitdem Madonna 1993 bekanntgab, dass sie selbst eine Sammlung aufbauen will.“ Zudem würden viele ihrer Verehrer erst in den kommenden zehn Jahren die Spitze ihres Wohlstands erreichen. Die Nachfrage dürfte also weiter steigen.

20 Prozent der Sammlung kommen von anderen Künstlern. So ist unter anderem die erste Testpressung von „I want you back“ von den Jackson 5 aus dem Jahr 1969 im Portfolio oder eine rote Samtjacke, die Elvis Presley 1960 getragen hat. „Inzwischen kaufen wir allerdings nichts mehr, sondern kuratieren unsere Sammlung“, so Trivedi. Rendite erzielt er einerseits durch die Wertsteigerung der Sammlerstücke und andererseits durch die Einnahmen von Ausstellungen. Trivedi: „Bisher haben wir sechs ‚Simply Madonna‘-Ausstellungen gemacht in London, Perth, Melbourne, Dubai, Macao, Chengdu und Warschau.“ Eine Brutto-Marge von 85 Prozent bringe das pro Ausstellung. Zwei weitere sind bereits bestätigt. „Insgesamt sechs bis acht Ausstellungen planen wir noch bis 2016“, so Trivedi.

Die Performance kann sich sehen lassen. Seit dem Start 2007 hat das Portfolio im Schnitt ein Plus von 12,7 Prozent pro Jahr erzielt. 20 Prozent der Sammlerstücke wurden verkauft. Trivedi: „Der Fonds hat bis jetzt alle großen Aktienindizes, Immobilien und sogar Gold outperformt.“ Warum die Preise für die Erinnerungsstücke weiter steigen werden? „Weil immer mehr Investoren die Sammlungen als alternative Asset-Klasse entdecken“, ist Trivedi überzeugt.

Hilfreich sei auch, dass in den Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China großer Wohlstand entstehe. So hätten einige chinesische Geschäftsleute nach der Madonna-Ausstellung in Macao satte 121.500 Euro für das Kleid geboten, das Madonna im Video zu „Material Girl“ getragen hat. Gekauft hat Trivedi es 2007 für 24.400 Euro.

Wer jetzt gerne einsteigen möchte, muss sich allerdings noch ein wenig gedulden. Der aktuelle Fonds ist für Investoren geschlossen. „Wenn wir 2016 bewiesen haben, dass man mit den Sammlerstücken auch wirklich Rendite erzielen kann, bringen wir einen weiteren Fonds auf den Markt“, so Trivedi und weiter: „Ziel ist eine deutlich höhere Rendite als der Aktienmarkt. Mindestens wollen wir aber das eingezahlte Kapital plus Inflation wieder auszahlen.“ Schafft der Pilotfonds das, kommt 2016 der nächste Auftritt. Bis dahin können Interessierte sich die guten Stücke schon mal in einer der kommenden Ausstellungen ansehen.

www.marqueecapital.co.uk