Gebührenmodell Eine Win-Win-Situation für Banken und Anleger

Seite 2 / 2


Das Win-Win-Gebührenmodell ist einfach aufgebaut


Falls die Bankempfehlung nach drei Jahren eine negative Rendite aufweist, muss die Bank dem Kunden 30 Prozent der verrechneten Gebühren rückvergüten. Bei einer Laufzeit des Modells von vier Jahren sind es 40 Prozent und bei fünf Jahren 50 Prozent der Gebühren, die rückvergütet werden bei negativer Rendite.

Die Bank muss von Anfang an 50 Prozent der Gebühren auf einem Sperrkonto zurückbehalten, darf aber die Zinserträge für sich behalten. Selbstverständlich müssen die Gebühren (Ausgabe-, Vertriebs-, Verwaltungsgebühren, und andere), welche dem Kunden zum Teil rückvergütet werden, im Vorfeld genau definiert werden.

Der Marktwettbewerb zwischen den Banken wird auf eine natürliche Art diejenigen Gebühren definieren, welche im Modell berücksichtigt und vor allem vom Kunden erwünscht werden. Die Bank kann auf Kundenwunsch hin die Komponente der negativen Rendite durch eine Mindestrendite oder Performance Hürde ersetzen. Das Win-Win-Gebührenmodell Prinzip hat viele Variationsmöglichkeiten.

Mit dem Win-Win-Gebührenmodell profitieren alle


Das Modell führt automatisch zu einer Steigerung der Empfehlungsqualität der Produkte, was für Banken und Kunden einen klaren Mehrwert darstellt.




Der Kunde ist sich sicherer, dass die Bank bemüht sein wird, mit ihren Empfehlungen eine positive Rendite zu erwirtschaften. Zwar kann die allfällige Teilrückvergütung der Gebühren mögliche Verluste einer Anlageempfehlung nicht ersetzen, stellt aber einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar. Die Banken bieten bis anhin nichts Vergleichbares an.

Die Teilrückvergütung der Gebühren kann die Rendite des Kundendepots massiv steigern und auch das Vermarktungspotenzial der Bankberatungsexpertise erhöhen. Auch die Bank profitiert vom neuen Modell. Sie kann damit neue Kunden gewinnen und diese vermehrt von ihren Anlageempfehlungen überzeugen. Sie setzt so neue und innovative Impulse, die sie von der Konkurrenz differenzieren, dem Kunden einen klaren Mehrwert bringen und Kundennähe schaffen.

Zudem muss sich die Bank nicht mehr von den Kunden sagen lassen, dass sie bei allfälligen Verlusten nicht mit dem Kunden mitleidet. Die Bank hat damit die Chance, ihre Identität zu stärken und ihr Image aufzuwerten. Das Potential, sich als Leader des neuen und innovativen Win-Win-Marktsegments zu etablieren ist groß, der Rest ist dann für die nachfolgenden Wettbewerber nur Geschichte.

Man denke nur an die Erfolgsgeschichte der iShares ETFs von Blackrock, um das Potential des Win-Win-Gebührenmodells zu erahnen. Wie schon Warren Buffett (1930), amerikanischer Investor und Gründer des Unternehmens Berkshire Hathaway sagte:

„Price is what you pay. Value is what you get.“

Über den Autor: Spiros Margaris ist Gründer und Geschäftsführer der Beratungsboutique Margaris Advisory. Er besitzt einen MBA von der Toronto University & EMBA der Universität St. Gallen (HSG) sowie über 20 Jahre internationale Berufserfahrung im Investment Management für institutionelle Kunden, Family Offices und HNWIs. Er veröffentlicht regelmäßig Aufsätze zu innovativen Lösungen und Strategien zu den Themen Banking und Asset Management.
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
PRIVATE BANKING MAGAZIN PRIVATE MARKETS HUB

Private Markets im Fokus

Private Equity, Private Debt, Real Estate und Infrastructure: Für Entscheider im DACH-Raum analysieren wir Märkte, bewerten Strategien und identifizieren Chancen in nicht-börsengehandelten Anlageklassen.

Zum Private Markets Hub
PRIVATE BANKING MAGAZIN PRIVATE MARKETS HUB

Private Markets im Fokus

Private Equity, Private Debt, Real Estate und Infrastructure: Für Entscheider im DACH-Raum analysieren wir Märkte, bewerten Strategien und identifizieren Chancen in nicht-börsengehandelten Anlageklassen.
Jetzt Private Markets Hub entdecken